Europäische Union Von der Leyen schlägt 13 Frauen für Kommissionsposten vor

Es wäre ein deutlicher Fortschritt in Sachen Parität: Nach dem Willen von Ursula von der Leyen sollen der EU-Kommission künftig fast genauso viele Frauen angehören wie Männer.

Ursula von der Leyen: Erstmals soll die EU-Kommission fast zur Hälfte mit Frauen besetzt sein
STEPHANIE LECOCQ/EPA-EFE/REX

Ursula von der Leyen: Erstmals soll die EU-Kommission fast zur Hälfte mit Frauen besetzt sein


Erstmals soll die EU-Kommission fast zur Hälfte mit Frauen besetzt sein. Die gewählte Präsidentin Ursula von der Leyen schlug nun in Brüssel ein Team aus 13 Frauen - einschließlich der Chefin selbst - und 14 Männern vor. Damit setzt die CDU-Politikerin ein Versprechen weitgehend um, das sie vor ihrer Wahl zur Kommissionschefin im Juli gegeben hatte. Ob alle Kandidaten durchkommen, liegt aber in der Hand des Europaparlaments.

Die EU-Kommission ist ein ganz eigenes Gebilde, aber sie ähnelt grob gesagt einer Regierung mit verteilten Ressorts. Sie arbeitet mit einem Apparat von mehr als 30.000 Beamten, schlägt europäische Gesetze vor und achtet auf deren Einhaltung. Jedes der 27 bleibenden EU-Länder ist mit einer Person vertreten - für Deutschland ist das von der Leyen, Großbritannien verzichtet wegen des für Ende Oktober geplanten Brexits. Planmäßig soll die Kommission am 1. November starten.

Von der Leyen hatte eine gleichmäßig mit Männern und Frauen besetzte Kommission versprochen, und ihre Liste kommt dem nahe. Fast keines der EU-Länder hatte sich an ihren Wunsch gehalten, zur Auswahl zwei Personen zu nominieren - einen Mann und eine Frau. In jedem Fall ist von der Leyens Vorschlag ein Fortschritt in Sachen Parität: Derzeit sind in der Kommission nur neun Frauen und 19 Männer.

Vorbehalte gegen Kandidaten aus Ungarn, Polen und Rumänien

Von der Leyen will am Dienstag sagen, welche Aufgaben sie den einzelnen Kandidaten zugedacht hat. In den kommenden Wochen werden dann alle Nominierten in den zuständigen Ausschüssen des Europaparlaments angehört. Einzelne Personen könnten noch ausgetauscht werden, bevor das Plenum letztlich über das gesamte Personalpaket abstimmt.

Vorbehalte bei Parlamentariern gibt es vor allem gegen die Nominierten aus Ungarn, Polen und Rumänien. Der für Ungarn nominierte ehemalige Justizminister Laszlo Trocsanyi steht in der Kritik, weil er eine umstrittene und inzwischen gestoppte Justizreform mitgetragen hat. Gegen den polnischen Kandidaten Janusz Wojciechowski ermittelt die europäische Antibetrugsbehörde Olaf wegen womöglich falscher Reiseabrechnungen. Die von Rumänien nominierte Rovana Plumb sieht sich dem Vorwurf des Amtsmissbrauchs ausgesetzt.

Auch gegen die französische Kandidatin Sylvie Goulard laufen in der Heimat noch Ermittlungen wegen Vorwürfen der Scheinbeschäftigung im Europaparlament, die sie 2017 das Amt der französischen Verteidigungsministerin gekostet hatten. Auch die EU-Antibetrugsbehörde Olaf überprüft die Vorgänge nach eigenen Angaben. Die Verwaltung des Europaparlaments hat die Akte aber inzwischen geschlossen.

asa/dpa



insgesamt 55 Beiträge
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parhornung 09.09.2019
1. Aarrghh!
Ich kann es nicht mehr hören (lesen)! Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein Gesetz erlassen wird, das es der Ehefrau ermöglicht, ihren Mann zu verklagen, weil er die Klobrille nicht herunterklappt.
charly05061945 09.09.2019
2. Wofür
Wofür braucht die EU 27 überalimentierte Kommissare nebst Bürokratieanhang? Nur damit jedes ohnehin überrepräntierte Mitglied wie z.B. Malta, Luxemburg etc. einen lukrativen Posten nebst lebenslanger Überversorgung bekommt? Strengt euch an Jungens und Mädels, da geht noch was, 54 lässt sich auch durch 27 teilen.
spadoni 09.09.2019
3. Warum ?
Obwohl ich selbst eine Frau bin, halte ich überhaupt nichts von der Frauenquote, ob in der Politik oder in Privatunternehmen. Kompetenz ist geschlechtslos und das einzige was zählt, egal ob Mann oder Frau!
turiman 09.09.2019
4. die ganze Quotendiskussion
ist doch völliger Blödsinn, es sollten doch die fähigsten Leute and Ruder, und wenn es nur Frauen sind dann auch gut!
frank-xps 09.09.2019
5. wenn man mal nachdenkt
Diese ganze Quoterei ist vor allem eines nämlich Sexistisch denn das Geschlecht wird hier als Entscheidungskriterium gewählt. Wenn es diese Doppel X erinnen in den Sand setzen, was machen wir dann mit der Erkenntnis? weil nach der geltenden Doktrin der Mediendiktatoren kann nicht sein was nicht sein darf. Sapere Aude
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