Rede im Europaparlament Von der Leyen warnt vor hartem Bruch mit den Briten

"Wir werden nie jene vermissen, die kreischen und schreien": So hat Kommissionschefin von der Leyen die Brexit-Befürworter im EU-Parlament verabschiedet. Auf einen harten Ausstieg sei Brüssel vorbereitet.
Ursula von der Leyen: "Es tut mir leid, wir werden euch vermissen"

Ursula von der Leyen: "Es tut mir leid, wir werden euch vermissen"

Foto: PATRICK SEEGER/EPA-EFE/REX

Ursula von der Leyen hält die EU besser als Großbritannien für den Fall gerüstet, dass ein Handelsabkommen nach dem Brexit nicht rechtzeitig zustande kommt. "Das würde unseren Interessen natürlich schaden, aber es würde das Vereinigte Königreich stärker treffen als uns", sagte die Kommissionspräsidentin im EU-Parlament in Straßburg.

Dem derzeitigen Zeitplan zufolge bleiben nach dem EU-Austritt der Briten am 31. Januar nur elf Monate, um bis Ende 2020 ein Handelsabkommen auszuhandeln. Gelingt dies nicht, könnten Zölle und andere Handelshemmnisse den Waren- und Dienstleistungsaustausch zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich beeinträchtigen. In so kurzer Zeit wurde jedoch noch nie eine solche Vereinbarung mit der EU geschlossen. Der britische Premierminister Boris Johnson schließt es bislang aus, die Übergangsphase über 2020 hinaus zu verlängern.

Von der Leyen warnte vor einem harten Bruch mit den Briten Ende 2020. Die Zeit zum Abschluss eines Partnerschaftsabkommens sei sehr kurz, sagte von der Leyen. Für einen schnellen Start der Verhandlungen werde die Kommission deshalb schon am 1. Februar ein Mandat vorlegen.

In einer Debatte im Europaparlament nahm von der Leyen gleichzeitig Abschied von den britischen Abgeordneten: "Ich schaue auf unsere tapferen 'Remain'-Abgeordneten. Ich kann nur sagen: Es tut mir leid, wir werden euch vermissen, wir werden euch vermissen. Danke für euren Mut, danke, dass ihr an unserer Seite wart." Nach Zwischenrufen von Brexit-Befürwortern sagte sie: "Wir werden nie jene vermissen, die kreischen und schreien. Und wir werden, Gott sei Dank ohne Sie, jetzt die die künftige Partnerschaft mit dem Vereinigten Königreich bauen."

EU-Ratspräsident Charles Michel bekräftigte, der EU sei ein "Level Playing Field" besonders wichtig - also gleiche Wettbewerbsbedingungen auf beiden Seiten ohne Umwelt-, Sozial- oder Steuerdumping. Die EU wolle die Verhandlungen nach dem Brexit so schnell wie möglich starten.

als/dpa
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