Europaparlament Christ- und Sozialdemokraten büßen wohl Mehrheit ein

Die großen Parteienfamilien büßen bei der Europawahl deutlich an Stimmen ein. Einer Umfrage zufolge erreichen sie weniger als die Hälfte aller Sitze. Liberale, grüne und rechte Parteien legen zu.

EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber
Jean-Francois Badias/ AP

EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber


Nicht nur in Deutschland schneiden Christ- und Sozialdemokraten bei der Europawahl schlecht ab: Nach erheblichen Verlusten werden sie wohl erstmals nicht mehr in der Lage sein, allein eine Mehrheit im Europaparlament zu stellen. Liberale, grüne und rechte Parteien gewannen dagegen deutlich hinzu, wie aus der ersten Parlamentsprognose zur Europawahl hervorgeht.

Unter den 751 Abgeordneten des künftigen Europaparlaments wird die christdemokratische Europäische Volkspartei (EVP) nach dieser Prognose auf 177 Sitze kommen, das wären 39 weniger als bisher. Die Sozialdemokraten kämen demnach auf 147 Mandate, das wären 38 weniger als bei der Wahl vor fünf Jahren.

Die Liberalen liegen der Prognose zufolge bei 101 Sitzen, wenn die Mandate für die Partei des französischen Präsidenten Emmanuel Macron mitgezählt werden. Bei der vergangenen Wahl trat Macrons La Rébublique en marche noch nicht an, bei dieser Wahl soll sie der Prognose zufolge 33 Sitze erringen. Auf die Liberalen folgen die Grünen mit 69 Sitzen, das wäre ein Plus von 17 Mandaten. Die Linke verliert fünf Sitze und kommt auf 42.

Die bisher drei rechtspopulistischen und nationalistischen Fraktionen kommen zusammen auf 172 Sitze, 17 mehr als bisher. Es wird allerdings erwartet, dass die Fraktionen sich neu sortieren und womöglich noch weitere Parteien für eine Allianz hinzugewinnen.

kko/dpa

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