Europawahl in Frankreich Marine Le Pen laut Prognosen vor Macron-Partei

Frankreichs Rechte setzen sich durch: Ersten Prognosen zufolge hat die Partei von Marine Le Pen bei der Europawahl die meisten Stimmen gewonnen. Die Liste von Präsident Emmanuel Macron kommt nur auf Platz zwei.

Strahlende Wählerin: Marine Le Pen nach der Stimmabgabe
Michel Spingler/ AP

Strahlende Wählerin: Marine Le Pen nach der Stimmabgabe


Marine Le Pens rechte Partei Rassemblement National hat sich in Frankreich einer ersten Hochrechnung zufolge bei der Europawahl durchgesetzt. Sie erhielt rund 24,2 Prozent der Stimmen, wie der Nachrichtensender BFMTV nach Schließung der Wahllokale berichtete. Die Liste der Regierungspartei La République en Marche (LREM) von Präsident Emmanuel Macron kam demnach auf 22,4 Prozent.

Andere Medien meldeten leicht abweichende Ergebnisse. Der Sender France 2 berichtete, Le Pens Partei komme auf 23,2 Prozent, während die LREM 21,9 Prozent erreicht habe.

Eine Prognose des Instituts Elabe errechnete ähnliche Ergebnisse, denen zufolge Le Pens Partei 24 Sitze im Europaparlament erhalten könnte, Macrons Partei hingegen nur 23.

Schon vor fünf Jahren war der damalige Front National (FN), wie Le Pens Partei früher hieß, mit 24,86 Prozent als stärkste Kraft aus der Europawahl hervorgegangen. Die Liste Macrons gab es damals noch nicht.

Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt 2017 verlor Le Pen mit 33,9 Prozent krachend gegen ihren Konkurrenten Macron, der 66,1 Prozent der Stimmen bekam. Inzwischen heißt die von Marine Le Pens Vater Jean-Marie Le Pen mitgegründete Partei Rassemblement National. Zusammen mit europäischen Verbündeten wie dem italienischen Lega-Chef Matteo Salvini und weiteren rechtspopulistischen Parteien will Le Pen eine große Fraktion im Europaparlament bilden.

In Frankreich ist wie in anderen Staaten die Beteiligung bei dieser Wahl zum Europaparlament im Vergleich zur Abstimmung vor fünf Jahren deutlich gestiegen. Nach ersten Angaben des Innenministeriums gaben bis zum Mittag (12 Uhr) rund 19,27 Prozent der Wahlberechtigten im französischen Staatsgebiet in Europa ihre Stimme ab. 2014 hätten bis zu dieser Uhrzeit rund 15,70 Prozent teilgenommen.

kko/dpa



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