Euro-Krise Barroso fordert zentrale Bankenaufsicht ab Januar

José Manuel Barroso will trotz des Widerstands aus Berlin bereits ab Januar 2013 eine schlagkräftige Aufsicht über alle Banken der Euro-Zone einrichten. Brüssel benötige eine Übersicht über alle Geldhäuser, sagte der EU-Kommissionschef.

EU-Kommissionschef Barroso: "Teufelskreis aus Banken und Staaten brechen"
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EU-Kommissionschef Barroso: "Teufelskreis aus Banken und Staaten brechen"


Straßburg - Alle Banken in den 17 Euro-Ländern sollen künftig einer mächtigen europäischen Bankenaufsicht unterliegen. Als erster Schritt soll die Europäische Zentralbank (EZB) ab dem 1. Januar entscheiden können, die Verantwortung für jedes Institut zu übernehmen, insbesondere die Krisenbanken.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso stellte die Pläne am Mittwoch im Straßburger Europaparlament vor. Demnach soll die EZB mehr als 6000 Geldhäuser zentral kontrollieren. Die Aufsicht steht im Mittelpunkt der geplanten Bankenunion auf europäischer Ebene.

Barrosos Ziel: Sobald die Aufsicht etabliert ist, sollen erste Banken etwa aus Spanien direkt aus dem Rettungsschirm ESM aufgefangen werden, so dass die klammen Staaten nicht länger von ihren maroden Geldinstituten in die Schuldenfalle gezogen werden. "Wir wollen den Teufelskreis aus Banken und Staaten brechen", sagte Barroso. Für die Kontrolle soll die EZB laut Kommissionsvorschlag mit Durchgriffsrechten bis hin zum Entzug der Bankenlizenz ausgestattet werden.

Deutschland ist zwar auch für eine starke Aufsicht in der Euro-Zone, wehrt sich aber gegen den Aufbau einer "Monsterbehörde", die auch die Sparkassen und Volksbanken kontrolliert. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) warnte die Kommission schon vor Überhastung: "Ich rate davon ab, unrealistische Erwartungen zu wecken."

Die Pläne müssen von allen 27 Ländern einstimmig angenommen werden.

hen/dapd/dpa

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henkel12 12.09.2012
1. EZB - Retter in allen Wirtschaftslagen?
Die EZB als Retterin in allen Wirtschaftslagen - das geht den Eurokraten zur Zeit nicht schnell genug. Damit wird jedoch eine Behörde geschaffen, die dazu keinesfalls genug Legitimation besitzt. Abgesehen davon schafft sich Europa damit erneut einen Behördenmoloch, der Gefahr läuft, selbst unkontrollierbar zu werden. Die EZB selbst ist handelnder Akteur im Bankwesen und soll nun selbst kontrollieren? Ein echter Bürokratenstreich!
weissfastnix 12.09.2012
2. Manuel Barroso hat's kapiert...
und fordert noch mehr Bürokratie, welche seine Inkompetenz und die vieler anderer Technokraten verschleiert. Der Mann ist überflüssig wie ein Kropf, redet heisse Luft und ist überbezahlt. Wie kann man den abstellen?
graphicdog 12.09.2012
3. Genau
Zitat von sysopAFPJosé Manuel Barroso will trotz des Widerstands aus Berlin bereits ab Januar 2013 eine schlagkräftige Aufsicht über alle Banken der Eurozone einrichten. Brüssel benötige eine Übersicht über alle Geldhäuser, sagte der EU-Kommissionschef. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,855332,00.html
Und in der Chefetage platzieren wir dann ein paar "Goldmänner". Dann kontrolliert diese Krake auch noch meine Volksbank. Hört sich genau nach etwas an, was der Bevölkerung weiterhelfen würde.
Thom-d 12.09.2012
4.
Zitat von sysopAFPJosé Manuel Barroso will trotz des Widerstands aus Berlin bereits ab Januar 2013 eine schlagkräftige Aufsicht über alle Banken der Eurozone einrichten. Brüssel benötige eine Übersicht über alle Geldhäuser, sagte der EU-Kommissionschef. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,855332,00.html
Das Ziel der südlichen Pleiteländer ist klar: Der deutsche Sparer soll direkt mit seinem Geld für die Bankschuden der Südländer haften und aufkommen. Das wäre wesentlich schlimmer als Target2 und ESM. Hier geht es um 4 Billionen Sparguthaben der Deutschen. Sind ESM und Target2 Atombomben, handelt es sich hier um eine Wasserstoffbombe
agua 12.09.2012
5. Barroso
fordert eine zentrale Aufsicht ueber Europas Banken,damit sich Staats - und Bankenschulden nicht mehr ins Gehege kommen.Ja er wird wohl wissen,wie das in Portugal mit der BPN gelaufen ist und laeuft und das die Portugiesen derzeit mit ihren Steuergeldeln die Differenz des geforderten und erhaltenen Verkaufspreises aufkommen muessen....
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