EU-Parlament Hetze gegen Frauen - Abgeordneter muss auf Geld verzichten

Frauen sind weniger intelligent, deshalb müssen sie weniger verdienen: Für diesen Satz wird der polnische EU-Politiker Korwin-Mikke nun bestraft. Das Europaparlament streicht ihm für 30 Tage das Gehalt.
Janusz Korwin-Mikke

Janusz Korwin-Mikke

Foto: imago/ ZUMA Press

Die Abgeordneten des Europaparlaments applaudierten, als EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani die Strafe verkündete: Wegen seiner frauenfeindlichen Äußerungen muss der polnische Abgeordnete Janusz Korwin-Mikke 30 Tage lang auf insgesamt 9180 Euro an Tagegeld verzichten, darf zehn Tage lang nicht an Aktivitäten des Parlaments teilnehmen und die Volksvertretung ein Jahr lang nicht gegenüber anderen Institutionen vertreten.

Korwin-Mikke hatte am 1. März in einer Plenardebatte über Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen gesagt: "Natürlich müssen Frauen weniger als Männer verdienen. Weil sie schwächer, kleiner und weniger intelligent sind, müssen sie weniger verdienen."

EU-Parlamentspräsident Tajani erklärte jetzt in Straßburg: "Ich werde solches Verhalten nicht dulden, besonders von jemandem, von dem erwartet wird, dass er seine Pflichten als Vertreter der Völker Europas mit der nötigen Würde erfüllt." Korwin-Mikke selbst applaudierte bei der Verkündung der Strafe.

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Es handle sich um "Sanktionen, die in ihrer Strenge beispiellos" sind, sagte Tajani. Mit der Höhe des gestrichenen Tagegelds und dem Ein-Jahres-Verbot zur Vertretung des Parlaments bewegt sich Tajani an der oberen Grenze möglicher Sanktionen. Ein Verbot der Teilnahme an Aktivitäten der Volksvertretung wäre auch für bis zu 30 Tage möglich gewesen.

Der polnische Abgeordnete gehört keiner Fraktion im EU-Parlament an. In Polen ist er Vorsitzender der konservativen und europaskeptischen Partei Korwin.

mho/als/dpa
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