Scheidender EU-Ratspräsident Nur Tusk kandidiert für den EVP-Vorsitz

Donald Tusk hört Ende November als EU-Ratspräsident auf - doch er wird wohl auf der europäischen Bühne bleiben. Denn die konservative Europäische Volkspartei sucht einen neuen Chef.

Donald Tusk: Ohne Konkurrenz
Piroschka van de Wouw/ REUTERS

Donald Tusk: Ohne Konkurrenz


Nach Ablauf der Meldefrist gab es nur einen Kandidaten: Der scheidende EU-Ratspräsident Donald Tusk wird wahrscheinlich neuer Chef der Europäischen Volkspartei (EVP), zu der auch CDU und CSU gehören. Die EVP teilte den Stand der Kandidaturen in der Nacht zum Montag mit.

Die Wahl findet beim EVP-Parteitag am Mittwoch und Donnerstag in Zagreb statt. Der Franzose Joseph Daul gibt das Amt des Parteichefs ab. Einer der zwölf Kandidaten für das Amt des stellvertretenden Parteichefs ist der CDU-Europapolitiker David McAllister. Gewählt werden insgesamt zehn Stellvertreter.

Tusk hatte zuvor bekanntgegeben, dass er auf eine Kandidatur bei der polnischen Präsidentenwahl im kommenden Jahr verzichtet. Um die Wahl zu gewinnen, müsse Polens Opposition einen Bewerber ins Rennen schicken, der "nicht durch schwierige, unpopuläre Entscheidungen belastet ist", sagte Tusk. Neuer EU-Ratspräsident wird der frühere belgische Regierungschef Charles Michel.

Der derzeitige EVP-Chef Daul, 72, ist passionierter Jäger und Wochenendlandwirt aus dem Elsass und gilt als einer der eifrigsten Strippenzieher im EU-Politzirkel (mehr über ihn erfahren Sie hier).

vks/dpa

insgesamt 5 Beiträge
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f_bauer 18.11.2019
1. Hervorragend
Ich stehe zwar politisch definitiv nicht auf einer Linie mit Herrn Tusk, aber ich denke, der EVP wird ein Herr Tusk sehr gut zu Gesicht stehen. Insbesondere traue ich Herrn Tusk zu, das Problem mit Viktor Orbans Fidesz zumindest teilweise in den Griff zu bekommen.
dirkcoe 18.11.2019
2. Glückwunsch Herr Tusk
In meinen Augen haben Sie in den letzten 5 Jahren für die EU hervorragende Arbeit geleistet. Bleibt zu hoffen, dass die EVP in der Lage ist von Ihrer Kompetenz zu profitieren.
heinrich.busch 18.11.2019
3. Ich lese da Herr Daul
der "eifrige Strippenzieher". Das trifft den Punkt.Alles vor allem Gemauschel in der EU um Geld, Posten und Pöstchen. Auch für gescheiterte Existenzen wie Frau von der Leyen.Raus aus der Schusslinie wegen Veternwirtschaft und Geldverschwendung .Dafür im Regelfall nach oben gelobt.
latrodectus67 18.11.2019
4. Warum wählen?
Wenn es nur einen Kandidaten gibt, was soll dann eine Wahl bedeuten? Das man sich DDR Ergebnisse erhofft? Warum gibt es denn bitte keine Mitbewerber? Weil alles schon "geordnet" wurde. Was für ein wunderbares und glänzendes Denkmal von EU Demokratie.
sven2016 18.11.2019
5. Nie etwas von jetzigen EVP-Chef
gehört. Das ist wohl eher ein Lobbyjob für Netzwerker (früher: Kungelbrüder). Das kann Herr Tusk sicher. Nur die mediale Aufmerksamkeit wird ihm fehlen. Herr Juncker wird Geldwäschebeauftragter der EU? Nein?
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