Ex-Präsident im Exil Boliviens Innenminister wirft Morales Terrorismus vor

Der bolivianische Innenminister Arturo Murillo hat Anzeige gegen den zurückgetretenen Staatschef Evo Morales erstattet - wegen Rebellion und Terrorismus.
Evo Morales: "Falsche Beweise und manipulierte Aufnahmen"

Evo Morales: "Falsche Beweise und manipulierte Aufnahmen"

Foto: Pedro Pardo/ AFP

Der bolivianische Ex-Präsident Evo Morales soll aus dem mexikanischen Exil heraus die Proteste gegen die neue Regierung steuern. Das wirft ihm Innenminister Arturo Murillo vor - der hat nun Anzeige gegen Morales wegen Rebellion und Terrorismus erstattet.

Murillo zieht ein Video als Beweis heran: Darin soll zu sehen sein, wie Morales seine Anhänger anweist, Landstraßen zu blockieren und große Städte von der Versorgung mit Lebensmitteln abzuschneiden.

Der Beschuldigte wehrt sich gegen die Vorwürfe: "Die Staatsanwaltschaft leitet mit falschen Beweisen und manipulierten Aufnahmen Ermittlungen gegen die sozialen Bewegungen ein, die für das Leben und die Demokratie kämpfen", schrieb Morales auf Twitter. "Aber es gibt keine Ermittlungen oder Festnahmen wegen der 30 in Bolivien getöteten Brüder." (Hier lesen Sie ein SPIEGEL-Interview mit Morales. )

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Morales war unter dem Druck von Militär und Polizei zurückgetreten, nachdem internationale Beobachter ihm Wahlbetrug bei der Präsidentenwahl vom 20. Oktober vorgeworfen hatten. Er setzte sich ins Exil nach Mexiko ab, in Bolivien übernahm eine Interimsregierung die Amtsgeschäfte.

Die Anhänger des ersten indigenen Präsidenten des Landes blockieren seitdem wichtige Landstraßen, liefern sich Auseinandersetzungen mit der Polizei und fordern die Rückkehr von Morales. Bei den Krawallen kamen bislang 30 Menschen ums Leben.

vks/dpa