Boliviens Ex-Präsident Mexikos Luftwaffe fliegt Evo Morales ins Exil

"Es schmerzt mich": Mit diesen Worten hat sich Evo Morales an die Bolivianer gewandt. Danach brachte ihn ein mexikanisches Flugzeug außer Landes. Doch der geschasste Präsident schwört auf Rückkehr.
Dieses Bild veröffentlichte Morales auf Twitter. Es soll ihn in der ersten Nacht nach seiner Amtsaufgabe an einem unbekannten Ort zeigen.

Dieses Bild veröffentlichte Morales auf Twitter. Es soll ihn in der ersten Nacht nach seiner Amtsaufgabe an einem unbekannten Ort zeigen.

Foto: @evoespueblo/ Twitter/ AFP

Nach seinem Rücktritt war spekuliert worden: Wie geht es weiter mit Evo Morales? Nun ist der bolivianische Ex-Präsident eigenen Angaben zufolge ins Exil in Mexiko aufgebrochen. "Schwestern und Brüder, ich breche nach Mexiko auf", schrieb er am Montag auf Twitter. "Es schmerzt mich, das Land aus politischen Gründen zu verlassen, aber ich werde mich immer kümmern. Bald komme ich mit mehr Kraft und Energie zurück."

Zuvor hatte Mexiko erklärt, Morales aus humanitären Gründen Asyl zu gewähren. Das Leben des Ex-Präsidenten sei in Bolivien in Gefahr, sagte Außenminister Marcelo Ebrard. Mexiko hatte ein Flugzeug seiner Luftwaffe geschickt, um Morales in Bolivien abzuholen.

Evo Morales: "Bald komme ich mit mehr Kraft und Energie zurück"

Evo Morales: "Bald komme ich mit mehr Kraft und Energie zurück"

Foto: STR/EPA-EFE/REX

Auf Druck des Militärs war Morales am Sonntag nur drei Wochen nach seiner umstrittenen Wiederwahl zurückgetreten. Der Sozialist und erste indigene Präsident Boliviens hatte sich nach der Abstimmung am 20. Oktober zum Sieger in der ersten Runde erklärt, obwohl die Opposition und internationale Beobachter erhebliche Zweifel anmeldeten. Seine Gegner warfen ihm Wahlbetrug vor. Die Generalstaatsanwaltschaft kündigte Ermittlungen gegen Mitglieder des Wahltribunals wegen der Unregelmäßigkeiten bei der Wahl an.

Immer wieder kommt es zu Gewalt auf den Straßen des Landes

Nach dem Rücktritt von Morales hat Boliviens designierte Übergangspräsidentin Jeanine Añez Neuwahlen angekündigt. In La Paz sagte sie: "Am 22. Januar werden wir einen gewählten Präsidenten haben." Die 52-jährige Senatorin sprach sich außerdem für ein Ende der wochenlangen gewaltsamen Proteste aus. Am Dienstag sollen die Abgeordneten einen entsprechenden Prozess in Gang setzen. Die Rücktritte von Morales und seinen Ministern hatten im Land ein Machtvakuum hinterlassen.

Seitdem kommt es bei Straßenprotesten fast täglich zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Lagern. Mindestens drei Menschen kamen bisher ums Leben.

jok/dpa
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