Treffen in Helsinki Manfred Weber ist EVP-Spitzenkandidat für Europawahl

Etwa 730 Delegierte der konservativen EVP-Fraktion haben geheim abgestimmt - und Manfred Weber zum Spitzenkandidaten für die Europawahl 2019 gewählt. Der Deutsche hat nun gute Chancen, nächster EU-Kommissionspräsident zu werden.
Manfred Weber

Manfred Weber

Foto: KIMMO BRANDT/EPA-EFE/REX

CSU-Vize Manfred Weber ist zum Spitzenkandidaten der konservativen europäischen Partei EVP für die Europawahl gewählt worden.

Der Deutsche setzte sich mit rund 79 Prozent der Delegiertenstimmen gegen seinen finnischen Konkurrenten Alexander Stubb durch. Die EVP schickt Weber damit auch in das Rennen um das Amt des EU-Kommissionspräsidenten.

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Der 46-Jährige führt seit 2014 die EVP-Fraktion im Europaparlament. Ob Weber tatsächlich EU-Kommissionspräsident wird, hängt von zwei Faktoren ab:

  • Er müsste bei der Europawahl Ende Mai 2019 ein gutes Ergebnis für die EVP einfahren, sodass sie wie bisher die größte Fraktion im Europaparlament stellt.
  • Außerdem braucht er die Rückendeckung der EU-Staats- und Regierungschefs, die das Recht zur Nominierung des Kommissionschefs haben.

Das Amt gilt als das wichtigste in der EU. Die Kommission kann Gesetze vorschlagen, Verträge aushandeln und die Einhaltung von EU-Recht überwachen. Die Riesenbehörde beschäftigt 32.000 Menschen. Der erste und einzige deutsche Kommissionschef war Walter Hallstein in den Sechzigerjahren, damals allerdings für die viel kleinere und anders organisierte Europäische Gemeinschaft.

dop/dpa/Reuters
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