Ex-Diktator in Unterhose US-Armee fahndet nach Saddam-Fotografen

Die britische "Sun" hat abermals Fotos aus der Gefängniszelle von Saddam Hussein abgedruckt. Die US-Regierung sucht derweil mit Hochdruck nach dem Urheber der Bilder - dass sie überhaupt aufgenommen wurden, könnte ein Verstoß gegen die Genfer Konvention sein.


Titelseite der "Sun": Zeitung zeigt keine Reue
REUTERS

Titelseite der "Sun": Zeitung zeigt keine Reue

Washington/London - Die US-Streitkräfte kritisierten die Veröffentlichung der Bilder scharf. Es werde ermittelt, wie die Fotos an die Öffentlichkeit gelangen konnten. US-Präsident George W. Bush unterstützt nach Angaben seines Sprechers Trent Duffy die bereits eingeleiteten "gründlichen Ermittlungen" zur Identität des Fotografen.

Auf die Frage, ob er glaube, dass die Veröffentlichung der Bilder den Aufstand im Irak weiter anheizen könnte, sagte Bush: "Ich glaube, die Aufständischen werden von ihrem Wunsch motiviert, den Vormarsch der Freiheit zu stoppen."

Die britische Zeitung "The Sun" hat die Veröffentlichung der Fotos von Saddam Hussein in seiner Gefängniszelle verteidigt und in ihrer Samstagsausgabe ein weiteres Bild des irakischen Ex-Diktators abgedruckt. Auf diesem Foto ist Saddam Hussein hinter Stacheldrahtzaun in einem traditionellen Gewand zu sehen.

Daneben veröffentlichte die "Sun" auch Fotos eines Mannes und einer Frau, bei denen es sich um den als "Chemie-Ali" bekannten General Ali Hassan al Madschid und die Biowaffen-Expertin Huda Salih Mahdi Ammasch, auch "Mrs. Anthrax" genannt, handeln soll. Am Freitag hatten die "Sun" und die "New York Post" Fotos veröffentlicht, auf denen Saddam Hussein in Unterhosen zu sehen ist. Nach US-Ansicht könnte dies eine Verletzung der Genfer Konvention darstellen.



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