Pakistan Ex-Staatschef Musharraf droht Anklage wegen Bhutto-Mord

Schon in der kommenden Woche soll die Anklage erhoben werden: Dem früheren pakistanischen Staatschef Pervez Musharraf wird Verschwörung zum Mord an Ex-Premierministerin Benazir Bhutto vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft fordert die Todesstrafe.

Musharraf im April 2013: Anklage wegen Verschwörung zum Mord
AP/dpa

Musharraf im April 2013: Anklage wegen Verschwörung zum Mord


Islamabad - Der frühere pakistanische Militärmachthaber Pervez Musharraf soll wegen Verschwörung zum Mord an Ex-Premierministerin Benazir Bhutto angeklagt werden. Die Staatsanwaltschaft werde die Todesstrafe für Musharraf beantragen, sagte Staatsanwalt Chaudhry Azhar Ali am Dienstag.

Demnach soll die Anklage am kommenden Dienstag vor einem Anti-Terror-Gericht in der Garnisonsstadt Rawalpindi erhoben werden. Musharrafs Anwalt Ahmed Raza Kasuri sagte, der Ex-Militärmachthaber werde auf nicht schuldig plädieren.

Bhutto war im Dezember 2007 während einer Wahlkampfveranstaltung in Rawalpindi ermordet worden. Bei dem Selbstmordattentat und der anschließenden Schießerei wurden 16 weitere Menschen getötet. Musharraf wird in dem Zusammenhang vorgeworfen, trotz der Bedrohungslage nicht für ausreichenden Schutz seiner damaligen Kontrahentin gesorgt zu haben. Seit April steht er wegen der Vorwürfein seiner Villa am Rande der Hauptstadt Islamabad unter Hausarrest.

Politikverbot und zwei weitere Verfahren

Musharraf hatte sich 1999 unblutig an die Macht geputscht und den damaligen Premier Nawaz Sharif aus dem Amt gedrängt. Sharif ist inzwischen wieder an der Macht - als demokratisch gewählter Staatschef. Er hatte 2008 ein Amtsenthebungsverfahren gegen Musharraf beantragt, zusammen mit Asif Ali Zardari, dem Witwer Bhuttos.

Gegen Musharraf laufen derzeit noch zwei weitere juristische Verfahren. Zum einen wird ihm Landesverrat vorgeworfen, weil er während seiner Amtszeit 2007 mehrere Richter unter Hausarrest gestellt haben soll. Ein weiteres Verfahren läuft wegen eines tödlichen Militärangriffs auf einen Rebellenführer im Jahr 2006.

Musharraf war Ende März nach vier Jahren im Exil in London in sein Heimatland zurückgekehrt, um an der Parlamentswahl teilzunehmen. Ein Gericht untersagte jedoch seine Kandidatur, Musharraf wurde verhaftet. Inzwischen wurde ihm ein umfassendes Politikverbot auferlegt.

usp/dpa/AFP

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