Exil-Iraker Al-Qaida soll hinter Anschlag auf Stockholmer Wahllokal stecken

Ein missglückter Anschlag mit Feuerbomben auf ein Stockholmer Wahllokal für Exil-Iraker geht Zeitungsberichten zufolge auf das Konto einer mit al-Qaida verbundenen Extremistengruppe.


Stockholm - Die Zeitungen "Aftonbladet" und "Dagens Nyheter" berichteten am Donnerstagabend auf ihren Internetseiten, sie hätten einen Brief von einer Gruppe erhalten, die sich zu dem Angriff bekannt habe. Sie habe angegeben, Teil des Extremisten-Netzwerkes al-Qaida zu sein. Der Brief trage einen Stempel vom 14. Dezember - den Tag vor dem Angriff. Wie die Gruppe heißt, wurde nicht genannt.

Am frühen Donnerstagmorgen waren im Norden der schwedischen Hauptstadt mit Benzin gefüllte Flaschen auf ein Wahllokal für Exil-Iraker geworfen worden. Diese entzündeten sich jedoch nicht. Nach dem Zwischenfall wurden die Sicherheitsvorkehrungen für die beiden irakischen Wahllokale im Raum Stockholm verschärft. Schweden gilt als neutrales Land und hat den Irak-Krieg nicht unterstützt. Bislang hat es dort auch keine Anschläge moslemischer Extremisten gegeben. Im schwedischen Rundfunk wurde ein Sicherheitsexperte mit den Worten zitiert, seiner Ansicht nach gibt es keine al-Qaida-Gruppen in Schweden.

Exil-Iraker konnten bereits seit Dienstag ihre Stimme bei der Parlamentswahl abgeben, die im Irak am Donnerstag stattfand.



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