Exil-Iraker Jubel von Michigan bis Nürnberg

Weltweit bejubelten Iraker im Ausland den offensichtlichen Zusammenbruch des Regimes von Saddam Hussein. In London stürmte eine Gruppe von Irakern in ihrem Überschwang sogar die irakische Abteilung der jordanischen Botschaft.


Dearborn/Berlin/London - Hunderte gebürtige Iraker sind in der US-Stadt Dearborn (Michigan) auf die Straßen gestürmt, um den Sturz Saddams zu feiern. Die Menschen kletterten auf Autodächer, schwenkten irakische Fahnen, jubelten und lagen sich in den Armen, wie Fernsehbilder zeigten. Dearborn gehört zu den US-Städten mit einem besonders großen arabisch-stämmigen Bevölkerungsanteil.

In Berlin zogen Exil-Iraker vor die Botschaft der USA. Rund 75 Menschen dankten nach Polizeiangaben mit Plakaten US-Präsident George W. Bush für seinen Feldzug gegen den Diktator Saddam Hussein. In Berlin leben etwa 2800 Menschen aus dem Irak, darunter kurdische Flüchtlinge.

Mit einem Autokorso haben jubelnde Exil-Iraker in Nürnberg die Einnahme Bagdads gefeiert. Mitfahrer schwenkten die irakische Flagge, einige hielten auch amerikanische und britische Fahnen aus dem Wagenfenster. An dem Korso waren knapp zwei Dutzend Fahrzeuge beteiligt. Nach Angaben der Polizei verlief die Freudenkundgebung friedlich. In Nürnberg leben nach Angaben der Stadt rund 3700 Iraker.

In London stürmte eine Gruppe von Irakern die irakische Abteilung der jordanischen Botschaft. Die britische Polizei nahm nach eigenen Angaben 18 Personen fest. Die Büros seien zum Teil beschädigt worden, sagte eine Polizeisprecherin. Die Iraker waren offenbar von den Fernsehbildern aus Bagdad zu ihrem Vorgehen angespornt worden.

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