Expertise Kofi Annans unnützer Kampf gegen den Terror

Die Maßnahmen, die die Uno nach dem 11. September 2001 zur Bekämpfung des Terrors verhängte, waren nach Meinung von Experten größtenteils wirkungslos. Einem Bericht zufolge wurden weder Terroristen aufgespürt, noch Geld- oder Waffenströme unterbunden.


New York - Kein einziges Mitgliedsland habe berichtet, dass durch die Maßnahmen ein Waffenkauf oder eine Reise einer Person mit Verbindungen zur Qaida-Gruppe verhindert worden sei, hieß es in dem gestern vorgestellten Bericht. Nur 19 Mitgliedsstaaten hätten von der Anwesenheit von verdächtigen Personen oder Gruppen in ihrem Staatsgebiet berichtet. Tatsächlich dürfte die Qaida jedoch in wesentlich mehr Ländern vertreten sein, hieß es.

Die Anti-Terror-Resolution der Uno unter Generalsekretär Kofi Annan sollte unter anderem die Finanzströme der Qaida kappen. Alle Mitgliedsstaaten müssen unter anderem Konten und Geld sicherstellen, wenn der Besitzer verdächtigt wird, Verbindungen zu der Gruppe von Osama Bin Laden zu unterhalten. In 34 Nationen habe es solche Aktionen gegeben, berichtete die Expertengruppe. Allerdings sei in vielen Fällen nicht klar, um wessen Konten oder Eigentum es sich gehandelt habe und wie hoch der Wert gewesen sei.

Nach Auswertung der bis heute von 130 der 191 Mitgliedstaaten eingereichten Unterlagen sehe es so aus, als hätten die Uno-Maßnahmen nur wenig Wirkung gezeigt, lautet das Urteil der Kommission. Den Experten zufolge ist der Finanzbedarf der Qaida wohl auch geringer als bisher angenommen. Auch die von der Organisation benutzten Waffen seien nicht die, deren Verkauf die meisten Staaten durch schärfere Gesetze erschwert haben.

So wurde bei den Anschlägen in der spanischen Hauptstadt Madrid am 11. März 2004 Sprengstoff verwendet, wie er im Bergbau zum Einsatz kommt. Bei dem Angriff im saudiarabischen Chobar im Mai seien Schusswaffen und Messer benutzt worden.

Die Kommission empfahl ausdrücklich Maßnahmen, die der Qaida den Zugang zu den Grundstoffen für biologische und radioaktive Waffen erschweren. "Der Bedarf nach effektiven Maßnahmen gegen diese Bedrohung ist sehr real", heißt es in dem Bericht.



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