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19. Januar 2014, 10:22 Uhr

Anti-Regierungs-Proteste in Thailand

Sprengsatz in Bangkok verletzt 28 Menschen

In einem Protestlager von Regierungsgegnern in Bangkok hat es eine Explosion gegeben. 28 Menschen wurden verletzt, sieben von ihnen schwer.

Bangkok - Bei einer Explosion während neuer Proteste von Oppositionsanhängern in der thailändischen Hauptstadt Bangkok sind am Sonntag mehrere Menschen verletzt worden. Der Rettungsdienst Erawan sprach von 28 Menschen, die ins Krankenhaus gebracht worden seien, sieben von ihnen seien schwer verletzt. Der Sprengsatz detonierte in einem der sieben Camps, die Demonstranten seit dem vergangenen Montag besetzt halten.

Bereits am Freitag hatte es eine Detonation während Protesten der Opposition gegeben, dabei wurde ein Mensch getötet. Dutzende weitere Demonstranten wurden laut Rettungskräften verletzt. Die Behörden und die Opposition warfen sich anschließend gegenseitig vor, den Sprengsatz in die Menge geschleudert zu haben.

Am Samstagabend war ein 53-jähriger Mann angeschossen und schwer verletzt worden. Unklar war, wer geschossen hatte. Die Polizei fahndete nach den Tätern. Die Demonstranten, die die Regierung stürzen wollen, beschuldigen die Regierung, hinter den Attacken zu stehen. Andere argwöhnen, dass Provokateure aus den eigenen Reihen der Demonstranten Chaos erzeugen und die Armee auf den Plan rufen wollen.

Thailand wird seit Wochen von einem Machtkampf zwischen Regierung und Opposition erschüttert. Die Gegner von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra erhöhen mit mehreren Protestmärschen stetig den Druck auf die Regierung. Immer wieder gab es dabei Schießereien und Explosionen. Neun Menschen starben im Zuge der Proteste. Die Opposition fordert Yinglucks sofortigen Rücktritt und will die für Anfang Februar geplanten vorgezogenen Neuwahlen verhindern.

In Thailand will die Opposition, die sich vor allem aus wohlhabenden Schichten rekrutiert, seit Wochen mit Großdemonstrationen einen Sturz der Regierung erreichen. Sie sehen Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra als Marionette ihres vor einer Haftstrafe ins Ausland geflohenen Bruders und früheren Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra.

Den Geschwistern wird Korruption und Vetternwirtschaft vorgeworfen. Die Regierung hat ihre Machtbasis vor allem in der ärmeren Landbevölkerung. Yingluck hat für den 2. Februar Neuwahlen angesetzt, aus denen sie als Siegerin hervorgehen dürfte.

nck/Reuters

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