Tote und Verletzte Angreifer attackieren Jemens Verteidigungsministerium

Eine schwere Explosion hat die jemenitische Hauptstadt Sanaa erschüttert. Offenbar hat ein Selbstmordattentäter das Verteidigungsministerium angegriffen, Bewaffnete stürmten das Gebäude. Viele Menschen wurden getötet.

Rauch über Jemens Verteidigungsministerium: Instabiles Land
DPA

Rauch über Jemens Verteidigungsministerium: Instabiles Land


Sanaa - In Jemens Hauptstadt Sanaa hat sich eine schwere Explosion beim Verteidigungsministerium ereignet. Über dem Gebäude stieg dichter Rauch auf, berichteten Augenzeugen. Krankenwagen seien zum Tatort gefahren. Schüsse seien zu hören gewesen.

Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge hat ein Selbstmordattentäter sein Auto in das Tor des Ministeriums gesteuert. Bewaffnete hätten später das Gebäude gestürmt - sie hätten auf das Krankenhaus innerhalb des Komplexes gezielt. Es gab viele Tote und Verletzte. Aus Militärkreisen hatte es laut Reuters zunächst geheißen, mindestens 20 Menschen seien getötet worden. Inzwischen sprechen Krankenhausärzte von 40 Toten.

Keine offizielle Bestätigung gab es für Berichte, wonach auch eine Deutsche und eine philippinische Krankenschwester unter den Opfern sein sollen.

Die Sicherheitskräfte hätten die Situation jetzt unter Kontrolle gebracht, erklärte ein Ministeriumssprecher. Das Verteidigungsministerium steht in der Altstadt von Sanaa, wo sich auch die Zentralbank des Landes befindet.

Der Jemen ist ein instabiler Staat, die Regierung hat die Kontrolle über ganze Landstriche verloren. Der Südjemen etwa ist seit Jahren Schauplatz blutiger Gefechte zwischen der staatlichen Armee und militanten Islamisten sowie Stammeskämpfern. In Teilen der Region hat die Terrorgruppe "al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel" (AQAP) mit Verbündeten bereits die Kontrolle übernommen. Dort töteten ihre Kämpfer bei koordinierten Angriffen im Herbst mindestens 50 Soldaten.

Die US-Armee geht verstärkt mit Drohnenangriffen gegen die Aufständischen vor, bei denen auch immer wieder Zivilisten getötet werden. Seit 2009 hat das US-Militär fast alle Führungsfiguren des Qaida-Ablegers im Jemen getötet, trotzdem scheint die Gruppe immer stärker zu werden. Erst im August forderte die Regierung in Washington alle US-Bürger auf, das Land zu verlassen.

Im Oktober wurde ein Sicherheitsmann bei der Deutschen Botschaft in Sanaa erschossen - offenbar hatte er entführt werden sollen.

kgp/flo/AFP/Reuters/dpa



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