Explosion in Ostukraine Tote bei Maidan-Gedenkmarsch in Charkiw
Bei einer Explosion auf einer Maidan-Gedenkveranstaltung in Charkiw sind mehrere Menschen gestorben. Das ukrainische Innenministerium meldete zehn Verletzte.
Kiew im November 2014: Anschlag auf Gedenkmarsch in Charkiw
Foto: GLEB GARANICH/ REUTERSHamburg - Mindestens drei Menschen seien bei der Explosion getötet und mehr als zehn weitere verletzt worden. Das teilten die Staatsanwaltschaft und die Polizei mit. Das ukrainische Innenministerium erklärte, es habe zehn Verletzte gegeben.
Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP sah zwei Leichen, die auf dem Boden lagen und mit ukrainischen Flaggen abgedeckt waren. Eine Polizeisprecherin sagte, es handele sich offenbar um einen Anschlag mit einem bislang noch nicht identifizierten Sprengsatz. Ein ukrainischer Staatsanwalt erklärte, der Sprengsatz sei von einem vorbeifahrenden Auto aus in die Menschenmenge geworfen worden.
In Kiew und anderen Städten der Ukraine wird am Sonntag der Maidan-Proteste vor einem Jahr gedacht, die zum Sturz des prorussischen Präsidenten Viktor Janukowytsch geführt hatten. Charkiw ist vom Konfliktgebiet in der Ostukraine mehr als 200 Kilometer weit entfernt.
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat ein "Marsch der Würde" in Erinnerung an die Opfer der prowestlichen Massenproteste vor einem Jahr begonnen. Zu dem Gedenken hatte Präsident Petro Poroschenko mehrere Staatschefs anderer Länder eingeladen, unter ihnen Bundespräsident Joachim Gauck. Zu Beginn der Veranstaltung ging Poroschenko am Sonntag mit den Ehrengästen sowie Tausenden weiteren Teilnehmern an Gedenkstätten für die Opfer vorbei in Richtung Maidan (Unabhängigkeitsplatz).
Viele Teilnehmer schwenkten die ukrainische Nationalflagge, einige trugen Plakate mit der Aufschrift "Wir sind Europa" oder "Ruhm den Helden". Im Zentrum der Millionenstadt waren bei den Protesten gegen den damaligen Präsidenten Viktor Janukoytsch vor einem Jahr mehr als hundert Menschen getötet worden.
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