Explosion in Rom Bombe verletzt Mitarbeiter in Schweizer Botschaft

Bombenterror in der italienischen Hauptstadt: In der Schweizer Botschaft in Rom ist ein Sprengsatz in einer Postsendung explodiert. Ein Mitarbeiter wurde schwer verletzt, als er das Paket öffnen wollte.

AP

Rom - In der Schweizer Botschaft in Rom ist am Donnerstag ein Sprengstoffpaket explodiert. Das bestätigte das italienische Außenministerium. Ein Botschaftsangehöriger sei beim Öffnen der Sendung verletzt worden, berichtet die italienische Zeitung "La Repubblica". Dabei soll er tiefe Wunden an beiden Händen erlitten haben. Der Rettungsdienst habe ihn in das Krankenhaus Umberto I gebracht. Der 53-jährige Schweizer befinde sich nicht Lebensgefahr, könnte aber Teile seiner linken Hand dauerhaft verlieren, berichtet "Corriere della Sera". Er soll als Portier bei der Botschaft gearbeitet haben.

Der italienische Außenminister Franco Frattini verurteilte den Anschlag und sprach dem Schweizer Botschafter und seinen Mitarbeitern seine Sympathie aus. Die Botschaft liegt im nördlichen Stadtteil Parioli. Die Zugänge zur Botschaft in Rom und zum Konsulat in Milan seien aber gesperrt worden, wie berichtet wird.

Die Polizei untersuche den Fall bereits, um Hinweise auf die Absender zu finden. Nach einer ersten Hypothese der Ermittler könnten die Urheber des Anschlags aus dem anarchistischen Milieu stammen, berichtet "Corriere della Sera". In der Schweiz säßen wichtige Figuren der Szene im Gefängnis, darunter ein Schweizer Öko-Terrorist, der vor acht Jahren in Italien verhaftet und ausgeliefert wurde. Einen konkreten Hinweis gibt es offenbar noch nicht, derzeit ermittle die Polizei in alle Richtungen. Bisher gebe es auch keinen Bezug zu den Paketbomben, die an europäische Regierungszentralen geschickt worden waren.

Erst am Dienstag hatte ein verdächtiges Päckchen in einem Waggon der römischen U-Bahn für Aufregung gesorgt. Bürgermeister Gianni Alemanno gab wenige Stunden später allerdings Entwarnung. Es habe sich nach Untersuchungen von Experten herausgestellt, dass das Päckchen nicht explodieren konnte.

Anfang November waren in Großbritannien und Dubai zwei Paketbomben entdeckt worden, die per Luftfracht aus dem Jemen in die USA geschickt werden sollten. Eine davon war am Flughafen Köln-Bonn umgeladen worden. Kurz darauf hatte eine Serie von Paketbomben aus Griechenland für Unruhe gesorgt. Mehr als ein Dutzend Paketbomben waren entdeckt worden und teilweise detoniert. Die Pakete waren an Botschaften in Athen, internationale Institutionen im Ausland und ausländische Regierungschefs gerichtet, darunter an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

ore/dpa



insgesamt 41 Beiträge
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christiane006, 23.12.2010
1. nichts Neues
Zitat von sysopBombenterror in der italienischen Hauptstadt: In der Schweizer Botschaft in Rom ist ein Sprengsatz in einer Postsendung explodiert. Ein Mitarbeiter wurde schwer verletzt, als er das Paket öffnen wollte. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,736369,00.html
Schweizer Botschaft? Das hört sich ja wieder so nach der schillernden Person mit der verrückten Familie an. Gaddafi doch nicht ganz so altersmilde. Und wieder musste ein kleiner Büroangestellter die Zeche für die große Politik zahlen?
Jay's, 23.12.2010
2. Wuerde mich nicht wundern,
wenn das Paket von islamischen Fundamentalisten stammt, wenn man sich die Schweiz mit ihrer Anti-Islam Politik ansieht. Jetzt werden bestimmt ueberall Roentgengeraete aufgestellt und Pakete durchleuchtet.
kingofmetal 23.12.2010
3. Italien
Nimmt nicht gar nicht Wunder dass dies in Italien passiert und nicht im Iran oder sonstigen "bösen" Ländern. Ehre und Anstand ist wohl das lezte was im südlichen Europa noch zu finden ist. War Capo Silvio Capo Muammar noch einen Gefallen schwach?
Gani, 23.12.2010
4. Tja
So viel zur von vielen Schweizern gelebten Illusion, das was in der bösen Welt da draussen so passiert, betreffe sie ja nicht, da man neutral ist. Bis auf Waffenlieferungen an in Kriege verwickelte Partner wie die USA oder Deutschland. Das hat natürlich auch nichts mit Hetzerischen Abstimmungsvorlagen der faschistoiden SVP zu tun, mit der man sich in der Welt als engstirnige Xenophoben darstellt....
distributer 23.12.2010
5. Bundeswehr jetzt...
ich fordere mindestens eine Gruppe Soldaten auf jedem Postamt. Fuer Bahnhoefe und Flughaefen sollte die Bundeswehr in Zugstaerke mit Fahrzeugen praesent sein. Kommun...aehm Islamis... aehm Terroris... aehm Verdaechtige sind sofort zu melden, da appeliere ich an den Patriotismus.
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