Explosion nahe Ahmadinedschad-Konvoi Teheran verheddert sich in Widersprüche

War es ein Anschlag mit einer Handgranate auf Mahmud Ahmadinedschad, oder detonierte nur ein Feuerwerkskörper in der Nähe des Präsidenten? Iranische Regierungskreise widersprechen sich - und der Machthaber zeigt sich nach der Explosion unverletzt und unbeeindruckt.
Explosion nahe Ahmadinedschad-Konvoi: Teheran verheddert sich in Widersprüche

Explosion nahe Ahmadinedschad-Konvoi: Teheran verheddert sich in Widersprüche

Foto: STRINGER/IRAN/ REUTERS

Teheran - Verwirrung um Mahmud Ahmadinedschad: Wie die halb-offizielle iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete, soll ein Regimegegner nahe dem Flughafen der nordwestiranischen Stadt Hamedan eine Handgranate auf den Konvoi des iranischen Präsidenten geworfen haben. Ebenfalls aus Regierungskreisen kam aber zeitgleich das Dementi: "Einen solchen Angriff hat es nicht gegeben", hieß es im von der Regierung betriebenen englischsprachigen Press TV.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte zunächst berichtet, Ahmadinedschad habe einen Angriff auf seinen Konvoi unverletzt überlebt, und berief sich auf einen Vertreter des Präsidialamtes. Eine Person sei zudem festgenommen worden.

Auch auf der Web-Seite Khabaronline.ir war von einem Anschlag in Hamedan die Rede, als Ahmadinedschad dort eine Rede halten wollte. Aus Präsidentenkreisen verlautete, der Angreifer habe eine selbstgebaute Bombe verwendet. Einige Menschen seien verletzt worden. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand.

Fotostrecke

Verwirrung um Irans Präsidenten: Eine Attacke? Ein Feuerwerk?

Foto: STRINGER/IRAN/ REUTERS

Andere informierte Quellen berichteten von der Detonation eines Feuerwerkskörpers aus "feindseligen Motiven". Der mutmaßliche Täter sei verhaftet worden. Der Agentur Fars zufolge wurde bei dem Zwischenfall niemand verletzt. Andere iranische Medien berichteten wiederum, eine Handgranate habe einen Begleitwagen mit Journalisten getroffen und mehrere Reporter verletzt. Die iranische Präsidentschaftskanzlei kündigte für später eine Stellungnahme an.

Arabische TV-Sender hatten den Anschlagsversuch auf den Fahrzeugkonvoi Ahmadinedschads zuerst gemeldet. Der libanesische Sender Future TV berichtete unter Berufung auf das iranische Präsidialamt von Verletzten. Nach Angaben des Senders al-Arabija warf der Angreifer eine Bombe auf den Fahrzeugkonvoi Ahmadinedschads.

Der Präsident setzte sein Programm in Hamedan demonstrativ und ungerührt fort. Er wollte dort "Projekte zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung auf den Weg zu bringen", berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Auf die Berichte über den Attentatsversuch ging sie nicht ein.

Fotostrecke

Mahmud Ahmadinedschad: Anschläge auf Irans Führung

Foto: ? IRNA IRNA / Reuters/ REUTERS

Bereits zuvor war der umstrittene Politiker Ziel von Attentätern. Im Oktober vergangenen Jahres war eine Bombe auf den Konvoi des Präsidenten geschleudert worden. Ahmadinedschad blieb unversehrt. Nur einen Monat zuvor war ein Verbündeter Ahmadinedschads ermordet worden. Im Januar 2006 explodierten zwei Bomben in der südiranischen Stadt Ahwas. Präsident Ahmadinedschad hatte die Stadt an diesem Tag besuchen sollen, seine Reise hatte er jedoch kurzfristig abgesagt.

jul/luk/AFP/Reuters/dpa
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.