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Protest für Klimaschutz: "Wir tun das für unsere Kinder"

Foto: CLEMENS BILAN/EPA-EFE/REX

"Extinction Rebellion"-Demos Weltweite Straßenblockaden für besseren Klimaschutz

In London, Amsterdam und Berlin haben Klimaschutzaktivisten der "Extinction Rebellion" Straßen blockiert, um eine stärkere Reduktion des CO2-Ausstoßes zu fordern. Dutzende wurden festgenommen.

Aktivisten des internationalen Protestbündnisses "Extinction Rebellion" haben in mehreren europäischen Großstädten am Montag Straßen und Plätze blockiert. Auch in Australien und Neuseeland wurden Verkehrswege besetzt.

Die Demonstranten setzten sich friedlich für eine Senkung klimaschädlicher Kohlenstoffdioxidemissionen ein. Die Polizei löste die Blockaden vielerorts auf, es kam zu mehreren Festnahmen.

In London wurden im Regierungsviertel Westminster eine Brücke und mehrere Straßen vorübergehend blockiert. Laut Polizei wurden dabei 135 Personen festgenommen. Darunter war eine 81-jährige ehemalige Sozialarbeiterin aus Oxford.

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Protest für Klimaschutz: "Wir tun das für unsere Kinder"

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Bereits im April waren bei weitgehend friedlichen Demonstrationen in der britischen Hauptstadt mehr als 1100 Anhänger der Bewegung festgesetzt worden.

Im Zentrum von Amsterdam legten Hunderte Demonstranten zeitweise den Verkehr lahm und skandierten "Rebellion". Die Polizei räumte die Straßen und nahm auch hier mehrere Demonstranten fest. Die Protestierenden sangen unter anderem "Polizei - wir lieben dich" und "Wir tun das für unsere Kinder."

In Berlin blockierten Aktivisten zunächst den Kreisverkehr Großer Stern an der Siegessäule. Kurz nach Beginn des Protests waren laut Polizei rund 1000 Aktivisten auf der Straße. Die Veranstalter sprachen von 1200. Am Mittag zogen laut Polizei noch etwa 300 Teilnehmer zum Potsdamer Platz. Dort stellten sie Blumentöpfe, Sofas, Tische und Stühle auf die Kreuzung.

Sprechen soll in Berlin auch die Seenotrettungsaktivistin Carola Rackete. SPIEGEL-Reporter Raphael Thelen gab sie vor ihrer Ansprache in Berlin ein kurzes Statement:

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Die Klimaaktivisten in Deutschland stoßen sich vor allem am Klimapaket der Bundesregierung, dessen Ziel es ist, bis 2030 eine CO2-Einsparung von 55 Prozent im Vergleich zu 1990 zu erreichen.

Klimapaket laut SPIEGEL-Informationen verwässert

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte bei der Eröffnung einer Klimaausstellung im baden-württembergischen Sinsheim, das Klimaschutzgesetz verankere ein verlässliches, transparentes und überprüfbares Monitoring zur Einhaltung der jährlichen Obergrenzen beim CO2-Ausstoß für einzelne Sektoren. "Das soll eigentlich schon am Mittwoch passieren", sagte Merkel. Die Bundesregierung arbeite daran.

Am Sonntag wurde jedoch nach SPIEGEL-Informationen ein Gesetzentwurf aus dem Bundesumweltministerium bekannt, der in wesentlichen Punkten hinter den angekündigten Maßnahmen des sogenannten Klimakabinetts der Großen Koalition zurückbleibt.

Demnach wird für das Jahr 2040, anders als zunächst vorgesehen, kein nationales Ziel zur CO2-Einsparung mehr definiert. Auch das Versprechen, dass die Bundesrepublik bis 2050 Treibhausneutralität erreicht, wurde abgeschwächt. Dies solle nun nur noch "verfolgt" werden, heißt es deutlich unverbindlicher in dem Entwurf.

Auch in Australien und Neuseeland haben Hunderte Aktivisten für mehr Klimaschutz demonstriert. In der neuseeländischen Hauptstadt Wellington blockierten die Klimademonstranten nach Angaben der Organisatoren eine zentrale Straße sowie Ministerien und besetzten eine Bankfiliale. Mehr als 30 Aktivisten wurden laut Polizei vorübergehend festgenommen. Insgesamt hatten sich Hunderte an den Protestaktionen beteiligt.

In Sydney nahm die Polizei ebenfalls 30 Menschen fest, die sich geweigert hatten, eine Straße nahe dem Hauptbahnhof zu räumen. Demonstrationen in Melbourne und Brisbane verliefen laut australischen Medienberichten dagegen größtenteils ohne Zwischenfälle.

Weitere Aktionen von "Extinction Rebellion" waren für Montag in Paris, Madrid, New York, Buenos Aires sowie in Melbourne und Perth geplant. Die Proteste sollen mindestens eine Woche lang andauern. Wie genau die Gruppe dabei vorgeht, soll erst wenige Minuten vor Beginn der größtenteils unangemeldeten Aktionen bekannt gegeben werden.

"Extinction Rebellion" (auf Deutsch: Rebellion gegen das Aussterben) kommt ursprünglich aus Großbritannien. Nach eigenen Angaben gibt es die Gruppe seit November vorigen Jahres auch in Deutschland. Sie fordert unter anderem, dass die nationalen Regierungen sofort den Klimanotstand ausrufen.

cht/dpa/AP/Reuters
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