Fachkräftemangel Union und Opposition werfen Maas schlechtes Visamanagement vor

Deutschland will mehr Fachkräfte aus dem Ausland gewinnen - doch die müssen lange auf Visa warten. Union, Grüne und FDP beklagen im SPIEGEL, das Auswärtige Amt tue nicht genug, um den Missstand zu beheben.
Auswärtiges Amt in Berlin

Auswärtiges Amt in Berlin

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Marius Becker/ DPA

Kurz vor dem Start des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes gerät die Visa-Politik des SPD-geführten Auswärtigen Amts unter Beschuss. Oppositionsparteien, aber auch die Union, kritisieren, dass ausländische Fachkräfte zu lange auf ihre Visa warten müssten.

"Wir sind skeptisch, dass die Anstrengungen des Auswärtigen Amts ausreichen, um den Bedarf der Wirtschaft an Fachkräften zu decken", sagte Jürgen Hardt, außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, dem SPIEGEL. "Wir erwarten von Heiko Maas und den Innenbehörden zusätzliche Anstrengungen."

Der Personalmangel in den Botschaften führe zu langen Visa-Wartezeiten, beklagte auch Grünen-Außenpolitiker Omid Nouripour. Der außenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Bijan Djir-Sarai, kritisierte: "Die strukturellen Probleme bei der Visabearbeitung hat es schon immer gegeben, leider hat Herr Maas keinen aktiven Beitrag geleistet, sie zu beheben." Bei den Haushaltsberatungen sei kein großes Interesse bei der politischen Spitze des Auswärtigen Amts zu erkennen gewesen, die Auslandsvertretungen personell besser auszustatten.

Das Auswärtige Amt (AA) verweist darauf, dass die "personellen und räumlichen Kapazitäten" erweitert und die Wartezeiten für Fachkräfte an vielen Vertretungen verkürzt worden seien.

Im kommenden Jahr würden 109 zusätzliche Stellen geschaffen. Zudem werde zum Start des Gesetzes Anfang März ein beschleunigtes Verfahren eingeführt. "Mit diesem kann der künftige Arbeitgeber in Deutschland bei der zuständigen Ausländerbehörde eine Vorabprüfung beantragen und so die Bearbeitungszeit an den Botschaften noch einmal deutlich verkürzen", so das Außenministerium.

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