Referendum auf den Falkland-Inseln 99,8 Prozent für Großbritannien

Es ist eine überwältigende Mehrheit: Fast 100 Prozent der Bewohner der Falkland-Inseln haben sich in einer Volksabstimmung dafür ausgesprochen, britisch zu bleiben - es gab nur drei Nein-Stimmen. Argentinien, das die rohstoffreichen Inseln im Südatlantik beansprucht, erkennt das Votum nicht an.
Referendum auf den Falkland-Inseln: 99,8 Prozent für Großbritannien

Referendum auf den Falkland-Inseln: 99,8 Prozent für Großbritannien

Foto: MARCOS BRINDICCI/ REUTERS

Port Stanley - Die Bewohner der Falkland-Inseln haben sich in einem Referendum für einen Verbleib bei Großbritannien ausgesprochen. 99,8 Prozent stimmten nach Angaben der Behörden  mit Ja. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 92 Prozent - stimmberechtigt waren 1672 Menschen. Es gab nur drei Nein-Stimmen.

Umfragen hatten bereits darauf hingedeutet, dass die Inselbewohner mit großer Mehrheit für eine Beibehaltung des gegenwärtigen politischen Status votieren würden. Die rund 2500 Falkländer sind zufrieden: Sie haben ihre eigene Regierung, ihren eigenen Haushalt und regeln alle Angelegenheiten selbst. Zugleich genießen die allermeisten von ihnen die Vorzüge eines britischen Passes - und die Nuklearmacht Großbritannien übernimmt Verteidigung und Außenpolitik kostenlos.

Die Abstimmung wurde von den Falkland-Bewohnern selbst in die Wege geleitet. Sie wollten ein Zeichen setzen, weil die argentinische Regierung die Britishness der Inseln ständig in Frage stellt. Auf der Inselgruppe feierten die Menschen das Ergebnis frenetisch. "Hier ist so viel Lärm, es ist riesig", sagte Barry Elsby vom Lokalparlament der Nachrichtenagentur AFP am Telefon. Hunderte Menschen sängen und schwenkten Flaggen, berichtete er.

Fotostrecke

Falkland-Referendum: Party unterm Union Jack

Foto: ? Marcos Brindicci / Reuters/ REUTERS

Der britische Außenminister William Hague begrüßte den Ausgang des Referendums. Alle Länder sollten die Ergebnisse akzeptieren und die Inselbewohner bei der Entwicklung ihrer Heimat und ihrer Wirtschaft unterstützen. Internationale Beobachter sprachen von einer "freien, fairen und technisch einwandfreien" Abstimmung.

Argentinien, das die Inselgruppe im Südatlantik ebenfalls beansprucht, bekräftigte, dass es das Referendum von Sonntag und Montag nicht anerkenne. Es handele sich um ein "rechtlich wertloses Manöver", das nicht von den Vereinten Nationen überwacht worden sei, sagte die argentinische Botschafterin in London, Alicia Castro. "Wir respektieren ihre Lebensweise, ihre Identität", sagte Castro über die Bewohner der Falkland-Inseln. "Wir respektieren, dass sie weiter britisch sein wollen, aber das von ihnen bewohnte Territorium ist nicht britisch."

Die Falkland-Inseln sind zwischen Argentinien und Großbritannien umstritten. Die 400 Kilometer vom argentinischen Festland entfernten Inseln befinden sich seit 1833 unter Kontrolle Großbritanniens, nachdem die britische Kolonialmacht die Vertreter der argentinischen Behörden vertrieben hatte.

Die argentinische Militärjunta hatte am 2. April 1982 eine Invasion begonnen. Der bis zum 14. Juni andauernde Krieg endete für das südamerikanische Land mit einer Niederlage. 255 britische Soldaten starben, auf argentinischer Seite gab es 649 Tote.

Vor den Falkland-Inseln wurden jüngst große Ölfelder entdeckt, was den Streit zwischen Großbritannien und Argentinien neu anfachte.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels wurde das Ergebnis des Referendums mit 98,8 Prozent Zustimmung beziffert. Tatsächlich sind es nach Angaben der Behörden von Falkland 99,8 Prozent, die sich für einen Verbleib bei Großbritannien ausgesprochen haben. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten, ihn zu entschuldigen.

heb/dpa/AFP