Konflikt im Südatlantik Großbritannien will Militärpräsenz auf Falklandinseln stärken 

Großbritannien hält laut einem Zeitungsbericht eine Invasion der Falklandinseln durch Argentinien für wahrscheinlich. London wolle mehr Soldaten auf die Inselgruppe im Südatlantik senden.

Flagge Großbritanniens auf den Falklandinseln: "Sehr konkrete Gefahr"
REUTERS

Flagge Großbritanniens auf den Falklandinseln: "Sehr konkrete Gefahr"


London - Im Dauerkonflikt um die Falklandinseln sieht die britische Regierung ihr Überseegebiet von Argentinien bedroht. "Die Gefahr bleibt, es ist eine sehr konkrete Gefahr, wir müssen darauf reagieren", sagte Verteidigungsminister Michael Fallon dem BBC-Radio 4. Am Nachmittag werde er sich dazu an das Parlament in London wenden.

Das Boulevardblatt "Sun" berichtete, der Verteidigungsminister werde die Entsendung zusätzlicher Truppen auf die Inselgruppe im Südatlantik ankündigen. Demnach weise ein interner Bericht des Ministeriums darauf hin, dass eine Invasion durch Argentinien wahrscheinlicher geworden sei.

Die Falklandinseln liegen rund 400 Kilometer vor Argentinien. Sie waren 1833 nach längerem Streit britisch geworden. Argentinien hat seinen Anspruch auf die Inseln aber bis heute nicht aufgegeben. Dort heißen die Inseln Malvinas. 1982 waren sie während des Falklandkriegs zehn Wochen lang von Argentinien besetzt. Dem britischen Militär zufolge sind auf den Inseln Einheiten der Luftwaffe, der Marine und des Heeres stationiert.

mka/dpa



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olli08 24.03.2015
1. Groß, stark und mächtig ...
... wäre wohl (fast) jeder gerne. Aber weil kaum jemand so ist, wollen viele Menschen wenigstens Teil von etwas sein, das ihre Wunsch-Attribute erfüllt. Und je schlechter es einem geht, desto größer wird dieser Wunsch. Genau das machen sich die Diktatoren und innenpolitschen Vollversager auf dieser Welt zu nutzen, und rüsten gegen vermeintliche Feinde maximal auf (China) oder überfallen gleich ihre Nachbarn (Russland). Und in Argentinien steht es innenpolitisch ja auch nicht zum Besten ...
Diskutierender 24.03.2015
2. Verständlich
Ich war erst im Februar in Argentinien im Urlaub, und nachdem ich die massive Propaganda bzgl. der Zugehörigkeit der Falkland-Inseln (Malvinas) zu Argentinien und die Hetzpropaganda gegen Grossbritannien gesehen habe, wundert mich der Schritt der Britischen Regierung nicht. Selbst der Regierungspalast in Buenos Aires ist mit entsprechender Propaganda gut bestückt.
Peter Eckes 24.03.2015
3. Wenn nicht jetzt, wann dann?
Die Engländer sind gerade ohne Flugzeugträger. Wenn Argentinien die Falklands nochmal irgendwann einnehmen will müssen sie es jetzt versuchen. Wenn die Queen Elizabeth erstmal fertig ist haben sie keine Chance mehr. Allerdings ist die Chance jetzt auch nicht gerade hoch.
auweia 24.03.2015
4. Richtig
Auch wenn eine Insel tausende Kilometer vom Mutterland entfernt ist gehört sie dazu. Umso mehr wenn alle Bewohner dieser Insel sich wiederholt für den Beibehalt des Status Quo aussprechen. Im Falle der Falklands haben sie dies getan und wollen Briten bleiben. Das hat nichts - aber auch gar nichts - mit Kolonialismus zu tun. Die Falklands waren zum Zeitpunkt ihrer Entdeckung unbewohnt. Gegenüber dem argentinischen Anspruch auf die Falklands war der (in meinen Augen ebenfalls unberechtigte) russische auf die Krim stark.
n.nixdorff 24.03.2015
5. Man
sollte meinen, dass die Argentinier sich noch an ihren letzten Versuch erinnern, die Inseln heim ins Reich zu holen. Die Falklands waren bei ihrer Entdeckung unbewohnt und heute wohnen, glaube ich, rund 3.000 Briten dort. Die Inseln waren französisch, spanisch, britisch, nie argentinisch. So gesehen eine klare Zugehörigkeit zu GB. Geografisch könnte man Argentinien durchaus zugestehen, dass die Malvinas in ihrem Einflussbereich liegen. Bei den paar Felsen im Südatlantik geht es weniger um die Inseln selbst, sondern mehr um Öl und Gas, das dort vermutet wird. Dass es eine Wiederauflage des Falklandkriegs gibt, sollte man nicht denken. Wenn die argentinische Regierung allerdings Probleme hat und die Bevölkerung von denen ablenken will…
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