Kavanaugh-Debatte Trump kritisiert Demokraten als "lausige Politiker"

Die Vorwürfe gegen Brett Kavanaugh wiegen schwer. Nun verteidigt der US-Präsident seinen Wunschkandidaten für den Supreme Court erneut - und attackiert die Demokraten.

Donald Trump
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Donald Trump


In der Debatte über die schweren Vorwürfe gegen den US-Richter Brett Kavanaugh hat US-Präsident Donald Trump die Opposition erneut angegriffen. Trump warf den Demokraten vor, sie hätten die Vorwürfe gegen Kavanaugh viel früher an die Öffentlichkeit bringen können - und nicht erst ganz zum Schluss des Prozederes von Kavanaughs Berufung. "Sie sind lausige Politiker. Aber sich querstellen - das können sie sehr gut", sagte Trump bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Polens Staatspräsident Andrzej Duda in Washington.

Kavanaugh soll nach dem Willen von Trump Richter am höchsten US-Gericht werden. Der Präsident hatte den erzkonservativen und umstrittenen Juristen für den Schlüsselposten am Supreme Court vorgeschlagen. Kurz vor der Entscheidung des US-Senats über die Personalie waren jedoch schwere Vorwürfe gegen Kavanaugh publik geworden.

Die Professorin Christine Blasey Ford aus Kalifornien behauptet, Kavanaugh habe versucht, sie nach einer Party Anfang der Achtzigerjahre zu vergewaltigen. Sie hatte sich mit ihrer Geschichte schon vor Wochen vertraulich an eine demokratische Abgeordnete gewandt und sich zuletzt mit einem Interview in der "Washington Post" öffentlich zu Wort gemeldet.

Mutmaßlicher Zeuge will sich nicht öffentlich äußern

Kavanaugh bestreitet die Vorwürfe vehement. Sowohl er als auch Ford sollten am kommenden Montag vor dem Justizausschuss des US-Senats zu dem Fall Stellung nehmen. Über ihre Anwälte ließ Ford nun laut CNN mitteilen, das FBI solle zunächst in dem Fall ermitteln; vorher wolle sie nicht aussagen. Ford habe vielfach Unterstützung bekommen - sei aber auch zur Zielscheibe geworden, heißt es im Schreiben ihrer Anwälte. Die Rede ist auch von Morddrohungen. Ford habe ihr Zuhause verlassen müssen.

Laut Fords Schilderungen war bei dem mutmaßlichen Übergriff noch eine weitere Person anwesend, Mark Judge. Der sagte am Dienstag, er wolle sich nicht öffentlich zu dem Fall äußern. "Ich kann mich an diesen mutmaßlichen Zwischenfall nicht erinnern", schrieb Judge in einem Brief an den Justizausschuss.

Die abschließende Entscheidung des Senats über Kavanaughs Berufung hätte eigentlich in einigen Tagen fallen sollen. Nun ist ungewiss, wie es weitergeht.

Trump sagte am Dienstag, ihm tue Kavanaugh sehr leid - auch dessen Frau und Kinder. Der Richter habe nicht verdient, was ihm derzeit widerfahre. Außerdem sprach sich Trump gegen die Forderung der Demokraten aus, das FBI einzuschalten: "Ich denke nicht, dass das FBI wirklich involviert sein sollte, weil sie nicht involviert sein wollen", sagte Trump.

Schon am Montag hatte Trump Kavanaugh verteidigt: Er sei ein herausragender Richter und ein untadeliger Mensch. Es habe in Kavanaughs Werdegang nie einen Makel gegeben, sagte Trump. Auch das FBI habe diesen mehrfach durchleuchtet.

kmy/aar/dpa/Reuters/AP

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dasfred 19.09.2018
1. Endlich lobt Trump die Demokraten
Anders kann man es nicht verstehen, wenn Trump sich über diesen Schachzug dermaßen aufregt. Zu solchen Dingen sind doch in Trumps Augen nur die besten Dealmaker fähig. Nun ist zwar nicht klar, seit wann die Demokraten ihre Informationen hatten, aber die Wirkung, die sie damit erzielen ist schon beachtlich. Gerne mehr davon. Es kann gar nicht genug Sand geben, den man Trump ins Getriebe streut.
skiddles 19.09.2018
2. Lächerlich
Allein die Tatsache das die Demokraten schon sechs Wochen von den Anschuldigungen wussten beweist das diese nur zur Verzögerung genutzt werden sollen. Nun soll auch noch das FBI ermitteln, welches hierfür gar nicht zuständig ist, nur um noch mehr Zeit zu schinden. Einfach lächerlich diese Partei.
kuac 19.09.2018
3.
Der lausigste Politiker der Welt kritisiert die Demokraten als lausig. Lustig! Im Grunde genommen ist Trump überhaupt kein Politiker. Er ist immer noch der gleiche Geschäftsmann geblieben, der er früher war. Ungeeignet als Potus.
Harald Schmitt 19.09.2018
4. ein lausiger Präsident
Warum spiel Trump jetzt den Richter? Noch nichts von Gewaltenteilung gehört! Warum wer gegen wen ermittelt, sollte er nicht entscheiden müssen. Die Vorwürfe sollten schon geprüft werden bevor da was geschieht. Bei seiner Personalwahl hatte er ja bisher kein gutes Händchen. Wer im in den Hintern kriecht hat gute Chance aber darf nie was negatives über Trump sagen. Loyalität geht bei ihm ja vor Qualifizierung! Mir ist nicht bekannt, dass die Republikaner fair spielen, er wollte ja auch die Demokraten mit Dreck bewerfen sonst gäbe es ja keine Russland Ermittlungen. Und das mit dem Gerrymandering sollte auch verboten werden!
p.u. baer 19.09.2018
5. Heuchler Trump: Republikaner blockierten Richterwahl.
Typische Trump/Republikaner Heuchelei. Erinnern wir uns einfach daran, wie lange die Reps unter Obama die Besetzung des Supreme Court blockiert haben. Genauso wie sie Obama kritisiert haben für Dinge, für die sie sich jetzt selbst loben. Verhandlungen mit Südkorea z.B.
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