Fall Khashoggi Saudi-Arabien warnt US-Präsident Trump vor Sanktionen

Erst drohte US-Präsident Donald Trump mit "ernsthaften Konsequenzen". Nun reagiert Saudi-Arabien - und plant im Falle einer Sanktionierung seitens der USA einen Vergeltungsschlag.

Donald Trump
AP

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Nach dem Verschwinden des Journalisten Jamal Khashoggi warnt Saudi-Arabien andere Länder vor der Verhängung von Wirtschaftssanktionen. Auf entsprechende Maßnahmen würde das Königreich mit einer noch stärkeren Vergeltung reagieren, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur SPA am Sonntag Regierungskreise.

In der Regierung wird demnach auf die ökonomische Bedeutung des Landes verwiesen. "Die saudi-arabische Wirtschaft spielt eine wichtige und einflussreiche Rolle für die Weltwirtschaft", hieß es. Das Land hat insbesondere als Schwergewicht der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) eine erhebliche Mitsprache bei der Ölpreisentwicklung.

Saudi-Arabien steht international unter Druck, seitdem der prominente Journalist Khashoggi am 2. Oktober nach einem Besuch im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul vermisst wird. Medienberichten zufolge soll er dort ermordet worden sein. Saudi-Arabien weist die Vorwürfe zurück.

An der Aktienbörse in Riad sorgten die Spannungen für große Unruhe. Der Tadawul-All-Share-Index sackte um bis zu sieben Prozent ab. Zu Handelsschluss hatte sich das Minus halbiert. Von den 186 Einzelwerten verzeichneten lediglich sieben keinen Verlust. Am stärksten betroffen vom Ausverkauf waren Saudi Telecom und Jabal Omar Development.

US-Präsident Donald Trump drohte dem Land mit einer "harten Bestrafung", sollte sich die Ermordung bewahrheiten. Einen Stopp der US-Waffenlieferungen an Saudi-Arabien lehnte er unter Verweis auf die Arbeitsplätze in der amerikanischen Rüstungsindustrie allerdings ab.

tin/AFP/dpa



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