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03. März 2011, 00:24 Uhr

Fall Manning

USA klagen WikiLeaks-Informanten in 22 Punkten an

Der Druck auf Bradley Manning wächst. Die US-Behörden haben 22 neue Anklagepunkte gegen den mutmaßlichen Informanten der Enthüllungsplattform WikiLeaks veröffentlicht. Dem Soldaten wird unter anderem "Kollaboration mit dem Feind" vorgeworfen.

Washington - Er steht im Verdacht, mehr als 250.000 geheime Depeschen des diplomatischen Dienstes der USA an WikiLeaks weitergegeben zu haben. Nun ist Bradley Manning nach US-Medienberichten in 22 weiteren Punkten angeklagt worden. Am schwersten davon wiegt der Vorwurf der "Kollaboration mit dem Feind", berichtet der US-Fernsehsender NBC am Mittwoch unter Berufung auf Militärquellen. Im Falle einer Verurteilung droht ihm dabei die Todesstrafe.

Die Militärstaatsanwaltschaft habe aber bereits klar gemacht, dass sie die Höchststrafe nicht fordern wolle. Der 23-Jährige sitzt im Militärgefängnis in Quantico (Virginia) ein.

Das Verteidigungsministerium der USA hält Manning für einen Verräter. Der Geheimdienst-Analyst hatte während seiner Dienstzeit im Irak Zugang zu Hunderttausenden vertraulichen Dokumenten. Offiziell erhoben die Militärs bislang lediglich Anklage wegen eines Videos, mit dem WikiLeaks weltweit Aufsehen erregt hatte, weil es einen brutalen, tödlichen Hubschrauberangriff auf Zivilisten zeigte.

Damals wurde Anklage in zwei Punkten erhoben. Manning wurde darin ein Verstoß gegen die Regeln der Streitkräfte vorgeworfen, weil er vertrauliche Dokumente auf seinen Computer geladen haben soll. Im zweiten Anklagepunkt waren eine Reihe strafrechtlicher Vergehen zusammengefasst, unter anderem der Verrat militärischer Geheimnisse.

jok/dpa/AFP

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