Fall Manning USA klagen WikiLeaks-Informanten in 22 Punkten an

Der Druck auf Bradley Manning wächst. Die US-Behörden haben 22 neue Anklagepunkte gegen den mutmaßlichen Informanten der Enthüllungsplattform WikiLeaks veröffentlicht. Dem Soldaten wird unter anderem "Kollaboration mit dem Feind" vorgeworfen.

US-Obergefreiter Manning: Zugang zu vertraulichen Dokumenten
AP

US-Obergefreiter Manning: Zugang zu vertraulichen Dokumenten


Washington - Er steht im Verdacht, mehr als 250.000 geheime Depeschen des diplomatischen Dienstes der USA an WikiLeaks weitergegeben zu haben. Nun ist Bradley Manning nach US-Medienberichten in 22 weiteren Punkten angeklagt worden. Am schwersten davon wiegt der Vorwurf der "Kollaboration mit dem Feind", berichtet der US-Fernsehsender NBC am Mittwoch unter Berufung auf Militärquellen. Im Falle einer Verurteilung droht ihm dabei die Todesstrafe.

Die Militärstaatsanwaltschaft habe aber bereits klar gemacht, dass sie die Höchststrafe nicht fordern wolle. Der 23-Jährige sitzt im Militärgefängnis in Quantico (Virginia) ein.

Das Verteidigungsministerium der USA hält Manning für einen Verräter. Der Geheimdienst-Analyst hatte während seiner Dienstzeit im Irak Zugang zu Hunderttausenden vertraulichen Dokumenten. Offiziell erhoben die Militärs bislang lediglich Anklage wegen eines Videos, mit dem WikiLeaks weltweit Aufsehen erregt hatte, weil es einen brutalen, tödlichen Hubschrauberangriff auf Zivilisten zeigte.

Damals wurde Anklage in zwei Punkten erhoben. Manning wurde darin ein Verstoß gegen die Regeln der Streitkräfte vorgeworfen, weil er vertrauliche Dokumente auf seinen Computer geladen haben soll. Im zweiten Anklagepunkt waren eine Reihe strafrechtlicher Vergehen zusammengefasst, unter anderem der Verrat militärischer Geheimnisse.

jok/dpa/AFP



insgesamt 7 Beiträge
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pfeifffer, 03.03.2011
1.
"weil es einen brutalen, tödlichen Hubschrauberangriff auf Zivilisten zeigte." Ich glaube, die deutsche Nation könnte es verkraften, wenn SPON die Wahrheit schreiben würde, nämlich daß es sich um ein Kriegsverbrechen handelt, welches auf diesem Video zu sehen ist. Was ist das denn überhaupt für eine Formulierung? "brutalen, tödlichen Hubschrauberangriff" Gibt es auch einen nicht brutalen, tödlichen Hubschrauberangriff? *Am schwersten davon wiegt der Vorwurf der "Kollaboration mit dem Feind"* Liebe Amerikaner, Australien fängt zwar auch mit dem Buchstaben "A" an, genauso wie Afghanistan. Afghanistan hat so um die 28 Millionen Einwohner, von denen fast keiner einen Internetanschluß hat. Die Informationen waren vorher schon 2.5 Millionen Menschen zugänglich. Also, auf die paar Kameltreiber kommt es wirklich nicht drauf an. "unter anderem der Verrat militärischer Geheimnisse." Ja, da gab es bei Black Adder goes Forth mal eine interessante Definition über militärische Geheimnisse. "Only you and me know about that, the officers club, a guy named Bernhard, his servant, his servant's tennis partners." (aus dem Gedächnis zitiert). Ja, natürlich ist das unschön, wenn Internas nach außen dringen, aber Informationen, auf die 2.5 Millionen Menschen Zugriff haben, Geheimnisse zu nennen, ist doch irgendwie etwas weit hergeholt.
garfield!! 03.03.2011
2. Was wurde eigentlich aus
...der Unterstützung, die Assange so medienwirksam versprochen hat? Während der sich als Held feiern ließ, ist der wirkliche Held in Vergessenheit geraten.
aldente 03.03.2011
3. Exempel statuieren. Jetzt!
"Im Falle einer Verurteilung droht ihm dabei die Todesstrafe. Die Militärstaatsanwaltschaft habe aber bereits klar gemacht, dass sie die Höchststrafe nicht fordern wolle." Und wieso nicht? Hat es denn in den letzten Jahren etwa einen schwereren Fall von Landesverrat gegeben? Ich kann mich an keinen erinnern! Es wäre an der Zeit, an solchen Verrätern ein Exempel zu statuieren, damit die schmierigen Hunde von Wikipedia und ähnlichen Plattformen nicht noch weiter Schaden anrichten können!
Alberon 03.03.2011
4. Gute Wünsche
Ich wünsche diesem Menschen alle Glück dieser Erde. Er hatte ein Gewissen und hat danach gehandelt. Mal sehen wie sich die Wiege der Demokratie hier verhält. Er hat einen Mord gesehen und ihn angezeigt so gut er konnte, das war ein menschlicher Schritt, zu dem man in diesem Fall erst mal den Mumm haben muss. Eigentlich ja eine Vorzeige Bürger oder ?
Alberon 03.03.2011
5. Hallo
Zitat von aldente"Im Falle einer Verurteilung droht ihm dabei die Todesstrafe. Die Militärstaatsanwaltschaft habe aber bereits klar gemacht, dass sie die Höchststrafe nicht fordern wolle." Und wieso nicht? Hat es denn in den letzten Jahren etwa einen schwereren Fall von Landesverrat gegeben? Ich kann mich an keinen erinnern! Es wäre an der Zeit, an solchen Verrätern ein Exempel zu statuieren, damit die schmierigen Hunde von Wikipedia und ähnlichen Plattformen nicht noch weiter Schaden anrichten können!
Wenn sie schon eine Meinung äußern und es an bösartigkeit nicht fehlen lassen, sollten sie zumindest den Unterschied von Wikipedia und WikiLeaks kennen. Mord bleibt Mord und gehört bestraft.
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