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02. Dezember 2005, 07:01 Uhr

Fall Osthoff

Zentralrat der Muslime erwägt Demonstration

Häufig war den in Deutschland lebenden Muslimen vorgeworfen worden, sie distanzierten sich nicht genügend vom islamistischen Terror. Nun will sich der Zentralrat der Muslime in Deutschland für die Freilassung der entführten Deutschen Susanne Osthoff und ihres irakischen Fahrers einsetzen.

Hamburg - Der Zentralrat schloss auch Demonstrationen für die Freilassung Osthoffs nicht aus. "Wir werden in Zusammenarbeit mit anderen islamischen Vereinen, nichtstaatlichen Organisationen und Kirchen überlegen, ob wir gemeinsam eine Demonstration organisieren sollten", sagte der Zentralratsvorsitzende Nadeem Elias der "Berliner Zeitung". Seine Organisation habe der Bundesregierung ihre Hilfe angeboten.

Zugleich appelliere der Zentralrat an die islamische Welt, "Einfluss auszuüben auf die Entführer, damit sie ihre Geiseln freilassen". Islamische Regierungen und Institutionen in der Region hätten "mehr Möglichkeiten und Kontakte zur Einflussnahme als wir in Deutschland", sagte Elias. Er wies Vorwürfe zurück, die Muslime in Deutschland bezögen nicht ausreichend Stellung gegen Terrorismus und Gewalt. Seine Organisation habe ihre klare Position mehrfach deutlich gemacht, sagte er.

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