Falludscha Rotes Kreuz will Erschießung untersuchen

Die Hilfsorganisation Rotes Kreuz will die Erschießung eines verwundeten Irakers durch US-Soldaten in der Rebellenhochburg Falludscha untersuchen. "Wir werden den konkreten Fall mit den USA aufgreifen", sagte IKRK-Sprecher Florian Westphal heute in Genf.


TV-Bilder über die Erschießung: Das Rote Kreuz will den Fall untersuchen
REUTERS

TV-Bilder über die Erschießung: Das Rote Kreuz will den Fall untersuchen

Genf - Fernsehberichten zufolge soll ein verletzter irakischer Aufständischer in einer Moschee von einem US-Soldaten erschossen worden sein. Die US-Behörden prüfen, "ob der Marineinfanterist in Selbstverteidigung gehandelt oder gegen Militärrecht verstoßen hat". Westphal verwies darauf, dass das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) immer wieder Kämpfende ermahne, sich an die Genfer Konventionen über die Behandlungen von Kämpfern und von Kriegsgefangenen zu halten.

IKRK-Sprecherin Antonella Notari hatte zuvor erklärt, das humanitäre Völkerrecht verbiete jeden Angriff gegen Zivilisten und Personen, die nicht an Kämpfen teilnähmen, darunter verletzte Kämpfer. Zivilisten, Verletzte und Kranke müssten menschlich behandelt und wenn nötig gepflegt werden.

Seit Beginn der Kämpfe in Falludscha hat das IKRK die Konfliktparteien aufgerufen, Zivilpersonen und verletzte Kämpfer zu schützen, sagte Notari. Gewaltanwendung, Folter oder gar Hinrichtungen seien verboten. Bei individuellen Fällen von Tötungen müssten rechtliche Untersuchungen bestimmen, ob es sich um eine absichtliche Tötung handelte. Dies werde das IKRK auch einfordern, sagte Westphal.

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