Falludscha Schwerer Anschlag auf US-Soldaten

Es war der blutigste Anschlag auf die US-Truppen im Irak seit einem halben Jahr. Bei einem Attentat starben vermutlich sechs Marineinfanteristen, darunter drei Soldatinnen. Präsident Bush rief die US-Bevölkerung auf, angesichts der schlechten Nachrichten nicht zu verzagen.


Bagdad - Das US-Militär bestätigte zunächst zwei Tote und 13 Verletzte. Vier weitere - drei Marines und ein Matrose - würden vermisst. Ein Sprecher der US-Truppen geht davon aus, dass die Vermissten tot sind.

Unter den getöteten fünf US-Marineinfanteristen sind nach Angaben von US-Sendern drei Frauen. Nach einem Bericht des Senders NBC war ein mit Sprengstoff gefülltes Auto explodiert. Der Wagen der Attentäter habe sich bei Falludscha dem Militärkonvoi am späten Donnerstagabend genähert und sei dann detoniert. Ein Truppentransporter der US-Armee mit 19 Insassen wurde besonders schwer getroffen.

Unter den Insassen des Transporters sei ein vor allem aus Soldatinnen bestehendes Team gewesen, das an Straßensperren besonders irakische Frauen kontrollieren sollte.

Zuvor waren gestern bei vier Autobombenanschlägen in Bagdad nach Angaben des irakischen Verteidigungsministeriums mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen und bis zu 60 verletzt worden.

"Der Weg nach vorn wird kein einfacher sein"

US-Präsident George W. Bush hat heute nach einem Gespräch mit dem irakischen Ministerpräsidenten Ibrahim al-Dschafari im Weißen Haus bekräftigt, dass die US-Truppen im Land blieben, bis ein demokratischer und gesicherter Irak geschaffen sei. Er lobte die irakische Regierung, die alle Skeptiker Lügen gestraft habe. Al-Dschafari sei ein großartiger irakischer Patriot.

Bush rief die US-Bevölkerung dazu auf, ungeachtet der täglichen Gewalt im Irak nicht zu verzagen. "Keine Frage, der Feind will unseren Willen brechen und erreichen, dass wir abziehen", sagte Bush. "Aber wir werden sie besiegen. Wir glauben fest daran." Der Weg voran werde allerdings nicht einfach, räumte Bush ein.

Vizepräsident Richard Cheney hatte vor kurzem gesagt, die Aufständischen lägen in den letzten Zügen. Der Chef des für Irak zuständigen Zentralkommandos, John Abizaid, räumte dagegen gestern im Kongress ein, dass der Aufstand nicht schwächer geworden ist.

Insgesamt starben mehr als 1700 US-Bürger seit Beginn des Irak-Kriegs.



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