Falscher Außenminister Telefonscherz bringt Pakistans Kampfjets in Stellung

Ein Scherzanruf hat beinahe einen Krieg zwischen Indien und Pakistan ausgelöst. Berichten zufolge gab sich ein Mann am Telefon als der indische Außenminister aus und drohte Pakistan mit Angriffen - Präsident Zardari ließ sofort Kampfjets starten. Erst Condoleezza Rice konnte die Lage entschärfen.


Islamabad - Inmitten der angespannten Beziehungen zwischen Indien und Pakistan hat ein Telefonscherz die Lage gefährlich angeheizt. Wie die pakistanische Zeitung "Dawn" am Samstag berichtete, gab sich der Anrufer als indischer Außenminister Pranab Mukherjee aus und schaffte es, direkt mit dem pakistanischen Präsidenten Asif Ali Zardari verbunden zu werden. Diesem drohte er dem Bericht zufolge mit militärischen Schritten Indiens, sollte Pakistan nicht die Hintermänner der Terroranschläge der vergangenen Woche ausliefern.

Pakistan versetzte daraufhin seine Luftstreitkräfte in Alarmbereitschaft, wie die Zeitung unter Berufung auf Diplomaten und Sicherheitskreise weiter berichtete. Kampfjets flogen mit scharfer Munition schützend über Islamabad, US-Außenministerin Condoleezza Rice wurde über die "gefährliche Lage" informiert.

"Ein Krieg stand vielleicht noch nicht unmittelbar bevor, aber wir wollten kein Risiko eingehen", zitierte "Dawn" einen hohen pakistanischen Regierungsbeamten.

Erst als Rice mitten in der Nacht den indischen Außenminister Mukherjee persönlich anrief und dieser bestritt, der Anrufer gewesen zu sein, begann sich die Lage langsam wieder zu beruhigen, berichtete "Dawn". Es habe jedoch noch mehrere Stunden intensiver internationaler Bemühungen bedurft, um die Situation endgültig zu bereinigen. Nun werde mit aller Energie nach dem Anrufer gesucht. Laut "Dawn" blieb zunächst unklar, ob der Anruf aus Indien oder aus Pakistan kam.

Nach den Anschlägen von Mumbai mit mehr als 170 Toten war es zu wachsenden Spannungen zwischen Neu-Delhi und Islamabad gekommen, da von indischer Seite immer wieder betont wurde, die Attentäter hätten Verbindungen nach Pakistan gehabt.

amz/AFP/dpa

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