Nachfolge von Nigel Farage Diane James neue Chefin von Brexit-Partei Ukip

Die Brexit-Partei Ukip hat eine neue Führung: Auf dem Parteitag in Bournemouth wurde die Geschäftsfrau Diane James zur Nachfolgerin des zurückgetreten Nigel Farage gewählt. Sie tritt kein leichtes Erbe an.

Nigel Farage und Diane James
AFP

Nigel Farage und Diane James


Die rechtspopulistische Partei Ukip hat eine neue Chefin: Die 56-jährige Diane James setzte sich auf dem Parteitag in Bournemouth klar gegen ihre Mitbewerber durch. Die Europaabgeordnete und bisherige stellvertretende Vorsitzende tritt damit die Nachfolge des populären Brexit-Vorkämpfers Nigel Farage an.

Bei ihrer Antrittsrede sagte James, sie wolle Ukip zur zweitstärksten politischen Kraft nach den Konservativen in Großbritannien machen. "Sie sehen die nächste Oppositionspartei", sagte sie an Premierministerin Theresa May gerichtet und forderte einen "hundertprozentigen Brexit".

James gilt als starke Rednerin und als mediengewandt. Sie ist die erste Frau an der Spitze der Anti-Einwanderungs-Partei. James tritt aber ein schweres Erbe an, Ukip gilt als tief zerstritten.

James arbeitete nach eigenen Angaben 30 Jahre lang im Gesundheitsbereich. Dort habe sie sich um Innovation und Entwicklungsstrategien gekümmert, dies auch mit einer eigenen Beratungsagentur. Zuletzt war sie auch innen- und justizpolitische Ukip-Sprecherin. Als ein Ziel gab sie an, "gesetzestreue Briten" vor "Einmischungen des Europäischen Gerichtshofs" zu schützen.

Für Irritationen sorgte James kürzlich, weil sie sich weigerte, im parteiinternen Wahlkampf konkrete politische Ziele und Projekte zu nennen. Sie meinte, sie wolle nicht aus der Hüfte schießen. Kritiker nahmen es ihr auch übel, dass sie im Ringen um den Vorsitz nicht gemeinsam mit anderen Kandidaten auftreten wollte.

Farage hatte im Juli, knapp zwei Wochen nach dem Brexit-Votum,seinen Rückzug von der Parteispitze angekündigt. Bei seiner Abschiedsrede beim Parteitag am Freitag forderte er einen konsequenten EU-Austritt. Dazu gehöre auch, den EU-Binnenmarkt zu verlassen. Ukip müsse dafür Druck auf die britische Regierung ausüben. Auch James kündigte einen Kampf gegen einen "Brexit lite", einen abgeschwächten Austritt, an.

Die Briten hatten sich beim Referendum am 23. Juni überraschend deutlich für einen EU-Austritt ausgesprochen.

als/dpa/AFP



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