NSA-Dokumente geleakt FBI nimmt mutmaßliche Whistleblowerin fest

Ein Artikel über russische Hackerangriffe im Vorfeld der US-Wahl bringt eine junge Frau in Schwierigkeiten. Sie soll vertrauliche NSA-Dokumente an Journalisten durchgestochen haben. Ihr droht eine lange Haftstrafe.


Von der Veröffentlichung des Artikels bis zur Festnahme der mutmaßlichen Quelle dauerte es nur wenige Stunden: Das FBI hat im US-Bundesstaat Georgia eine 25-jährige mutmaßliche Whistleblowerin festgenommen. Die Frau soll vertrauliche Informationen des Geheimdienstes NSA an die Website The Intercept weitergegeben haben. Das Justizministerium bestätigte eine entsprechende Festnahme am Montag. Dem US-Sender NBC wurde ein unmittelbarer Zusammenhang mit dem Intercept-Bericht bestätigt.

Dem Artikel zufolge haben russische Hacker im Zusammenhang mit der letzten US-Wahl mindestens einen Betreiber der Software zur Wählerregistrierung mit Phishing-Mails angegriffen. Die als authentisch eingestuften NSA-Dokumente würden damit belegen, dass der russische Militärgeheimdienst noch weitgehender in die Wahl einzugreifen versuchte als bisher bekannt. Es ist allerdings nicht klar, ob der Hackerangriff auch tatsächliche Auswirkungen hatte.

Die 25-jährige Verdächtige arbeitete erst seit 2017 für einen Sicherheitsdienstleister in Georgia, von dem aus die Dokumente weitergespielt wurden. Dem US-Sender CNN zufolge hatten sechs Mitarbeiter der Firma die vertraulichen Papiere gedruckt - aber nur die junge Frau stand auch in E-Mail-Kontakt mit "Intercept"-Mitarbeitern. Sie hatte CNN zufolge zuvor sechs Jahre lang für das Militär gearbeitet und spricht fließend Farsi. Bei einer Verurteilung drohen ihr zehn Jahre Gefängnis.

Die US-Regierung unter Donald Trump hat angekündigt, mit aller Macht gegen Leaks und die Weitergabe geheimer Informationen vorzugehen. Der stellvertretende Chefankläger Rod Rosenstein erklärte am Montag zu der Festnahme, die Weitergabe vertraulichen Materials gefährde die nationale Sicherheit und untergrabe das Vertrauen in die Regierung.

vks/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.