Oben-ohne-Protest in Tunesien Femen-Aktivistin in die Ukraine abgeschoben

Tunesien geht weiter gegen barbusigen Protest vor. Eine Aktivistin ist laut Femen in die Ukraine abgeschoben worden. Sie habe drei Kolleginnen unterstützen wollen: Ab Mittwoch stehen zwei Französinnen und eine Deutsche nach ihrem Oben-ohne-Protest in Tunis vor Gericht.

Femen-Protest in Tunis (Archiv): Erregung öffentlichen Ärgernisses und Sittlichkeitsvergehen
AFP

Femen-Protest in Tunis (Archiv): Erregung öffentlichen Ärgernisses und Sittlichkeitsvergehen


Tunis - Einen Tag vor Beginn des Prozesses in Tunesien gegen Aktivistinnen der Frauenrechtsorganisation Femen hat die Polizei in Tunis nach Angaben der Organisation am Dienstag ein ukrainisches Femen-Mitglied festgenommen und des Landes verwiesen. Wie die Femen-Aktivistin Inna Schewtschenko der Nachrichtenagentur AFP telefonisch mitteilte, kamen Männer in das Hotelzimmer der Ukrainerin, forderten sie auf, ihre Sachen zu packen und brachten sie zum Kommissariat. "Sie wurde ausgewiesen und ist jetzt im Flugzeug nach Kiew", fügte Schewtschenko hinzu.

Die junge Ukrainerin habe keine Aktion geplant, sondern nur ihre Kolleginnen bei dem Prozess unterstützen wollen, fügte Schewtschenko hinzu. Die ausgewiesene Frau heiße Alexandra Schewtschenko, sei aber nicht mit ihr verwandt.

Drei Femen-Aktivistinnen, eine Deutsche und zwei Französinnen, müssen sich am Mittwoch vor Gericht verantworten. Wegen einer barbusigen Protestaktion am vergangenen Mittwoch droht ihnen bis zu einem Jahr Haft. Tunesiens Justiz wirft den Mitgliedern der Bewegung Erregung öffentlichen Ärgernisses und Sittlichkeitsvergehen vor. Ihre Aktion war der erste Protest dieser Art in einem arabischen Land.

Sie hatten vor dem Justizpalast in Tunis gegen die Inhaftierung der 18-jährigen Femen-Aktivistin Amina Sboui demonstriert Die Tunesierin sitzt seit zwei Wochen in Haft, weil sie gegen eine Versammlung von Salafisten protestiert hatte. Während ihr Fall bei der säkularen Opposition in Tunesien für Empörung sorgt, stieß die Solidaritätsaktion der ausländischen Femen-Aktivistinnen auf wenig Verständnis.

Die Femen-Frauen bezeichnen ihren Protest als "Oben-ohne-Dschihad" gegen den Islamismus, von dem sie die Selbstbestimmung ihrer Körper bedroht sehen. Viele Musliminnen haben sich kritisch über die Femen-Kampagne geäußert.

sun/AFP

insgesamt 7 Beiträge
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raber 05.06.2013
1. Der das Geld hat, hat das Sagen (?)
Ich bin kein Muslim und auch kein erzkonservativer Katholik, aber verstehe voll und ganz wenn in anderen Ländern der Auftritt von Barbusigen bestraft wird wenn es dort verboten ist. Die westlichen Wertvorstellungen wollen immer aufgedrängt werden und dies ist nichts weiter als eine Art Kolonialismus. Vor 150 Jahren liefen viele Eingeborenen (Indianer und Afrikanerinnen z.B.) barbusig durch die Gegend. Waren sie ihrer Zeit voraus? Für die Europäer war es ein Zeichen der Rückständigkeit. Wenn es den Eingeborenen eingefallen wäre, dass alle europäischen Frauen in diesen Ländern auch barbusig herumlaufen sollten, hätte es garantiert Ärger gegeben. Jetzt müssen die Araber es aber zulassen weil Europäer es erst im letzten Drittel des letzten Jahrhunderts als Teil der Frauenrechte definiert haben?
apfeldroid 05.06.2013
2.
Dumme Aktion betreibt Prostitutionwerbung für die Ukraine. Sie kriegen verdiente 6-12 Monate "Denkpause". Ich frage mich, wie hohl muss das Gehirn der Damen sein, einzig worüber ich beim Anblick der Bilder denke ist nur der sexueller Inhalt. Und auf den Geist gehen die "Proteste" ebenfalls! Bitte hört doch damit auf
voltaire001 05.06.2013
3. Sind Femen diskriminierend?
Es gibt keine älteren Oben-Ohne-Femen und eine Männerquote gibt´s auch nicht. Das könnte als Alters- und Geschlechtsdiskriminierung gewertet werden.
Manuel_Klarname 05.06.2013
4. Der Diktator fehlt...
...dann wäre das Land befriedet und nicht in den Händen verrückter Islamisten. Urlaub in diesem Land? Nein danke!
seneca55 05.06.2013
5. Femen/Pussy Riot in Tunis ?
Ein Glück, dass sie nicht in einer Moschee aufgetreten sind, dass hätten sie wahrscheinlich nicht überlebt, aber so werden sie wahrscheinlich nur mit einer smbolischen Haftstrafe rechnen können, bevor auch sie abgeschoben werden. Glück auf, Femen !
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