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26. Oktober 2012, 16:35 Uhr

"Lieber nackt als Burka"

Femen-Aktivistin zieht sich bei al-Dschasira aus

Radikaler Protest auf al-Dschasira: Eine Aktivistin der ukrainischen Gruppe Femen hat versucht, während eines Live-Interviews mit dem arabischen Sender ihre nackten Brüste zu zeigen - aus Widerstand gegen die Vollverschleierung von Frauen. Der TV-Kanal unterbrach das Gespräch.

Paris - Sie ist für ihre radikalen Protestaktionen bekannt: Die Femen-Aktivistin Inna Schewtschenko hat sich bei ihrer neuesten Aktion nun im arabischen Fernsehen ausgezogen. Während eines Live-Interviews mit al-Dschasira erklärte die Ukrainerin: "Lieber nackt als Burka." Kleidungsstücke wie die Burka seien von Männern gemacht, und Frauen würden dort hineingesteckt. Dann zog sich die Ukrainerin das T-Shirt über den Kopf. Der Sender reagierte sofort, er unterbrach die Bildübertragung.

Die 22-jährige Schewtschenko war im Sommer nach Frankreich geflüchtet, weil sie als Unterstützung für die russische Punk-Band Pussy Riot in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ein christliches Kreuz abgesägt hatte. In Paris gründete Femen im September ein Auslandsbüro.

Dort sollen Feministinnen lernen, wie sie Sicherheitskräften entkommen können, hieß es. "Wir eröffnen das erste internationale Trainingszentrum für Feministinnen (...), die sich in Soldaten verwandeln werden", sagte Schewtschenko damals. Weitere Zentren seien in Montreal, New York und São Paulo geplant.

Die in der Ukraine gegründete Frauengruppe Femen ist für ihre aufsehenerregenden Auftritte bekannt. Erst am Donnerstag demonstrierten Anhängerinnen barbusig in einer Ikea-Filiale in Hamburg. Hintergrund der Aktion war der saudi-arabische Katalog des schwedischen Möbelherstellers: Ikea hatte alle Frauen aus dem Prospekt wegretouchiert.

heb/dpa

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