Wiktor Swjazki Femen-Ideologe will Asyl im Westen beantragen

Der angebliche Chefstratege der Feministinnengruppe Femen ist aus der Ukraine geflüchtet. Wiktor Swjazki will nach SPIEGEL-Informationen nun in einem westeuropäischen Land Asyl beantragen. Er fürchtet offenbar Übergriffe des russischen Geheimdienstes.

Andre Eichhofer

Hamburg/Moskau - Mit ihren Aktionen erregen die Aktivistinnen von Femen weltweit Aufsehen. Als Ideologe der Feministinnengruppe gilt ein Mann: Wiktor Swjazki. Bekannter wurde er, als ein Dokumentarfilm über Femen Anfang September beim Filmfestival in Venedig gezeigt wurde. Darin wird er als brutaler Patriarch porträtiert, der junge Frauen beschimpft und sie zu Ohne-oben-Protesten auf die Straße schickt.

Erstmals äußert sich Swjazki nun im SPIEGEL zu den erhobenen Vorwürfen, er habe die Gruppe als Tyrann geführt: Er selbst habe sich diesen Plot zusammen mit der australischen Regisseurin Kitty Green ausgedacht, um "ihren Film spannend zu machen".

Tatsächlich wirkten die angeblichen Enthüllungen über Swjazki sehr inszeniert - das Spiel mit den Medien beherrschen Femen perfekt. Regisseurin Green sagte Anfang September im SPIEGEL, sie habe gemerkt, wie verzweifelt die Frauen gewesen seien, "wie dringend sie sich von diesem Mann befreien wollten. Sie wollten aufrichtige Feministinnen sein". Die Dokumentation konnte herhalten als Beweis für die Macht des Patriarchats, aber auch für die Macht der Femen-Frauen.

Inzwischen haben sich die Femen-Gründerinnen laut Swjazki alle ins Ausland abgesetzt. Auch er selbst ist Ende vergangener Woche aus der Ukraine geflüchtet. "Ich entschied mich, in einem westeuropäischen Land Asyl zu beantragen", sagte er dem SPIEGEL.

Swjazki ist in den vergangenen Wochen zweimal brutal zusammengeschlagen worden. Ein Foto von ihm erschien am 25. Juli auf der Website von Femen: Ein Mann, den jemand übel zugerichtet hatte, mit geschwollenen Augen und mehreren Wunden auf der Stirn, aus der Nase lief Blut.

Die Angriffe auf seine Person und Femen seien "Racheaktionen des russischen Geheimdienstes", erklärte er jetzt im SPIEGEL. Der russische Präsident Wladimir Putin habe sich über eine Oben-ohne-Protestaktion gegen ihn bei der diesjährigen Hannover Messe geärgert.

Swjazki kündigt weitere Aktionen an: "Das neue Femen-Zentrum ist Paris. Von dort aus wird Femen Mädchen aus aller Welt rekrutieren. Femen ist die Fremdenlegion, die überall zuschlagen kann." In der Ukraine werde man ausländische Frauen zu Aktionen schicken, weil diese durch ihren Pass besser geschützt seien.



insgesamt 23 Beiträge
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Peter.Lublewski 24.09.2013
1. Gerade gefehlt
Der hat uns hier wohl gerade gefehlt. Laufen hier noch nicht genügend Spinner rum?
Steuerzahler0815 24.09.2013
2.
Wie kann ein Mann seinesgleichen nur so verraten...
Wolffpack 24.09.2013
3.
Wow, die Spitze des selbsterniedrigenden Whiteknightings. Unbelievable.
Walter Sobchak 24.09.2013
4.
LOL na klar. Der russische Geheimdienst weiss doch laengst wer FEMEN finanziert. Und freut sich einfach ueber schoene halb nackte Frauen.
el-gato-lopez 24.09.2013
5. Pech gehabt
Zitat von sysopAndre EichhornDer angebliche Chefstratege der Feministinnen-Gruppe Femen ist aus der Ukraine geflüchtet. Wiktor Swjazki will nach SPIEGEL-Informationen nun in einem westeuropäischen Land Asyl beantragen. Er fürchtet offenbar Übergriffe des russischen Geheimdienstes. http://www.spiegel.de/politik/ausland/femen-ideologe-wiktor-swjazki-will-asyl-im-westen-beantragen-a-924238.html
Tja, so ein Pech. Wäre TV-Magnat Silvio Berlusconi noch in Amt und Würden, hätte Herr Swjazki sicher einen Ansprechpartner für Asyl in Italien. Beide Herren scheinen ja was das Frauenbild betrifft auf einer Wellenlänge zu sein: Beide setzen auf inhaltsleere Shows mit halbnackten Schönheiten, die gar nicht so recht wissen, was sie da eigentlich tun...
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