Buenos Aires Argentiniens Ex-Präsident de la Rúa gestorben

Er überzeugte die Wähler durch sein ehrliches Lächeln und hinterließ das Land in einer Wirtschaftskrise: Argentiniens früherer Präsident Fernando de la Rúa ist im Alter von 81 Jahren gestorben.

Argentiniens früherer Präsident Fernando de la Rúa
Victor R. Caivano/ AP

Argentiniens früherer Präsident Fernando de la Rúa


Der frühere argentinische Staatschef Fernando de la Rúa ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Präsident Mauricio Macri bedauerte den Tod de la Rúas. "Sein demokratischer Weg verdient die Anerkennung aller Argentinier", erklärte Macri auf Twitter. De la Rúa erlag in einer Klinik in Buenos Aires einem Herz- und Nierenleiden. Er hinterlässt seine Frau Ines Pertine und drei Söhne.

De la Rúa war von 1999 bis 2001 Präsident Argentiniens. Internationale Schlagzeilen machte er mit dem Ende seiner Amtszeit im Dezember 2001: Nach seinem Sturz als Staatschef inmitten einer schweren Wirtschaftskrise war de la Rúa mit einem Hubschrauber vor Demonstranten geflüchtet, die den pinkfarbenen Präsidentenpalast belagerten.

Er trat als Präsident an, um die Wirtschaft zu verbessern, die Wähler überzeugte sein ehrliches Lächeln. Doch in seiner kurzen Amtszeit erhöhte er die Steuern, kürzte die Löhne der Beamten und verlor so die Gunst der Bürger. Im Jahr 2000 legten Journalisten Vorwürfe von Schmiergeldzahlungen offen. De la Rúa sollte demnach Gelder an die Opposition gezahlt haben, um ein Gesetz durchzubringen, das den Schutz von Arbeitern aufweichte. Durch den Skandal trat Vize-Präsident Carlos Alvarez zurück.

Während der Wirtschaftskrise von 2001 bis 2002 war jeder fünfte Argentinier arbeitlos. Der Peso verlor fast 70 Prozent seines Werts. Banken verbarrikadierten sich gegen die Bürger, die ihr Erspartes abholen wollten. Mindestens 27 Menschen starben während der Proteste, für die sich de la Rúa später vor Gericht verantworten musste. Ende 2001 hatte Argentinien Schulden von 100 Milliarden Dollar.

mfh/AFP/AP



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