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01. August 2014, 07:35 Uhr

Krieg in Gaza

Feuerpause - jetzt beginnen schwierige Verhandlungen

Endlich - in Gaza ist eine dreitägige Feuerpause in Kraft getreten. "Kein Grund zum Gratulieren", mahnt US-Außenminister Kerry: Was Verhandlungen zwischen Israel und Palästinensern betrifft, ist selbst der wichtigste Vermittler skeptisch.

Gaza/Tel Aviv - Im Gaza-Konflikt ist nach drei Wochen erstmals eine dreitägige Waffenruhe in Kraft getreten. Die "humanitäre Feuerpause" gilt seit 8 Uhr Ortszeit (7 Uhr MESZ). Sie soll die Bergung von Toten und die Versorgung von Verletzten ermöglichen.

Unter Vermittlung der Uno hatten Israel und die militanten Palästinenser außer einer Feuerpause auch sofortigen Verhandlungen über eine dauerhafte Waffenruhe zugestimmt. Delegationen beider Seiten sollen umgehend in die ägyptische Hauptstadt Kairo reisen, um die Gespräche unter ägyptischer Vermittlung aufzunehmen.

US-Außenminister John Kerry rief die Parteien zu engagierten Verhandlungen auf. "Dies ist nicht die Zeit zum Gratulieren", sagte der US-Außenminister in Neu-Delhi. Dies sei eine Atempause, nicht das Ende des Konflikts.

Israel wird "defensive Operationen" fortsetzen

Kerry fügte hinzu, beide Seiten blieben während der Waffenruhe in ihren Stellungen. Israel werde "defensive Operationen" gegen Hamas-Tunnelanlagen fortsetzen. Netanjahu hatte zuvor erklärt, eine Waffenruhe sei nur akzeptabel, wenn Israel weiter Tunnelanlagen im Gaza-Streifen zerstören könne.

Die Waffenruhe soll den Menschen nun "eine dringend notwendige Entlastung von der Gewalt" bringen, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von Kerry und Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon. "Während dieser Zeit sollen Zivilisten sofort benötigte humanitäre Hilfe und die Möglichkeit bekommen, lebensnotwendige Aufgaben zu erledigen. Dazu zählt die Beerdigung der Toten, die Versorgung der Verletzten und die Beschaffung von Lebensmitteln." Überfällige Reparaturen am Wasser- und Stromnetz sollen auch möglich sein.

Israelis und Palästinenser sicherten dem Uno-Sondervermittler Robert Serry demnach zu, sich an die "bedingungslose humanitäre Waffenruhe" halten zu wollen. Vertreter der im Gaza-Streifen herrschenden radikalislamischen Hamas sowie der israelischen Regierung bestätigten dies. Die beiden in dem Konflikt vermittelnden Länder Katar und die Türkei begrüßten die Vereinbarung und die geplanten Gespräche.

Granate tötet fünf israelische Soldaten

Trotz des Aufrufs von Ban und Kerry zu Zurückhaltung bis zum Beginn der Waffenruhe setzten radikale Palästinenser den Beschuss auf Israel fort. Wie das israelische Militär mitteilte, feuerten Extremisten kurz nach der Ankündigung der Feuerpause drei Raketen ab. Das Abwehrsystem "Iron Dome" habe eine über Zentralisrael abgefangen.

Kurz vor dem Beginn der Waffenruhe veröffentlichten Israelis und Palästinenser auch neue Opferzahlen. Wie die israelische Armee am frühen Freitagmorgen mitteilte, starben am Donnerstagabend fünf Soldaten an der Grenze zum Gaza-Streifen durch eine von radikalen Palästinensern aus dem Küstengebiet abgefeuerte Granate. Seit Beginn der Offensive vor mehr als drei Wochen kamen demnach 61 Soldaten ums Leben.

Nahezu zeitgleich teilte der Sprecher des palästinensischen Gesundheitsministeriums, Aschraf al-Kidra, mit, 14 weitere Palästinenser seien bei israelischen Angriffen in den Orten Chan Junis und Bani Suhaila getötet worden. Seit Beginn der israelischen Offensive am 8. Juli seien damit 1458 Palästinenser gestorben. Das seien acht mehr als bei der 22-tägigen Gaza-Offensive von 2009.

fab/dpa/AFP

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