Fidel Castro Revolutionsführer will US-Kritikern seine Aufwartung machen

Ende Juli hatte Fidel Castro sich krank gemeldet und Kubas Regierungsgeschäfte zum ersten Mal in 47 Jahren vorübergehend an seinen Bruder Raul übertragen. Nun will es sich der 80-Jährige nicht nehmen lassen, beim Treffen der blockfreien Staaten in Havanna aufzutreten.


Havanna - Der erkrankte Revolutionsführer wolle beim Treffen der Blockfreien in der kommenden Woche in Havanna in Erscheinung treten, sagte heute der Außenminister des kommunistischen Karibikstaates, Felipe Pérez Roque, bei
der Eröffnung des internationalen Pressezentrums in der kubanischen Hauptstadt. Es sei fast sicher, dass Castro auch UNO-Generalsekretär Kofi Annan begrüßen werde.

"Fidel Castro erholt sich zufriedenstellend", sagte der Minister weiter. "Und wie er selbst gesagt hat, ist das Schlimmste überstanden." Es sei aber nicht sicher, ob Castro beim Treffen der Blockfreien an einem der Essen oder an einer der Sitzungen teilnehmen könne.

Beim Treffen der blockfreien Staaten werden sich von Montag an in Kuba - rund 150 Kilometer von den USA entfernt - die schärfsten Kritiker der Vereinigten Staaten versammeln. Zu dem Treffen haben sich nach kubanischen Angaben 116 Delegationen vor allem aus Ländern der Dritten Welt angesagt. Zum dem Gipfeltreffen werden auch die Präsidenten Syriens und des Iran sowie eine hochrangige Delegation Nordkoreas erwartet.

Castro hatte sich nach inneren Blutungen einer schweren Darmoperation unterziehen müssen. Er übergab seine Ämter vorübergehend an seinen jüngeren Bruder und
Verteidigungsminister Raul. Weltweit wurde daraufhin über
ein mögliches Ende seiner 47-jährigen Regierungszeit
spekuliert. Castro ist der am längsten regierende Staatschef der Welt. Woran genau er leidet oder litt, wird wie ein
Staatsgeheimnis gehütet. Es wird unter anderem vermutet,
dass Castro an einem unheilbaren Darmkrebs erkrankt ist.

kai/dpa/Reuters



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