Finanzkrise Bush plant Weltfinanzgipfel in den USA
Hamburg - US-Präsident George W. Bush hat dem Ruf nach einem raschen Weltfinanzgipfel in den USA zugestimmt. Hauptthema des Gipfels, der nach dem Vorschlag des französischen Staatschefs und EU-Ratsvorsitzenden Nicolas Sarkozy Ende November in New York stattfinden soll, sei die Bekämpfung der weltweiten Bankenkrise. Zugleich gehe es um vorbeugende Maßnahmen, ähnliche Katastrophen in der Zukunft zu verhindern.
Bush, Sarkozy, Barroso (v.l.n.r.): Ähnliche Katastrophen verhindern
Foto: REUTERS"Ich freue mich, in naher Zukunft Gastgeber dieses Treffens zu sein", sagte Bush am Samstagabend zu Beginn eines Treffens mit Sarkozy und dem EU-Kommissionsvorsitzenden José Manuel Barroso in Camp David. Durch den Gipfel solle gewährleistet werden, dass sich so eine Krise nicht wiederhole, sagte Bush.
Zugleich warnte er vor allen "Versuchungen der Isolation und des Protektionismus". Marktwirtschaft und Kapitalismus dürften nicht angetastet werden. An dem Weltgipfel sollten die großen Industriestaaten, aber auch Schwellenländer teilnehmen, sagte Bush mit Blick etwa auf China und Indien.
Sarkozy sagte, die Finanzmärkte müssten stabilisiert werden. "Wir dürfen keine Zeit verlieren", so der französische Präsident. Auch er warnte vor Isolation und Alleingängen. Die internationale Gemeinschaft "muss mit einer gemeinsamen Stimme sprechen und den Kapitalismus der Zukunft aufbauen", fügte er hinzu. Nach Angaben der Zeitung "Le Figaro" hat Sarkozy den Zeitraum zwischen dem 21. und 23. November für den Weltgipfel vorgeschlagen.
Der geplante Weltfinanzgipfel hat ein historisches Vorbild: In Bretton Woods im US-Bundesstaat New Hampshire war 1944 ein weltweites Währungssystem mit festen Wechselkursen zum Dollar beschlossen worden.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat angeboten, den Weltfinanzgipfel bei den Vereinten Nationen in New York auszurichten. Ein Treffen bei der Weltorganisation könne dem Unternehmen "universelle Legitimität" verschaffen und den gemeinsamen Willen demonstrieren, die Herausforderung anzunehmen, schrieb Ban in einem Brief an Sarkozy.
Ban begrüßte die Absicht, den Kreis über die sieben größten Industrienationen (G7) und Russland hinaus zu erweitern. "Ein solches Format macht es uns möglich, effektiver auf die Krise zu antworten, die ein globale Lösung im Rahmen einer einvernehmlichen internationalen Partnerschaft erfordert."
fsc/AP/dpa