Finanzstreit mit Nordkorea USA geben eingefrorenes Geld frei

Fortschritt auf dem Weg zur atomaren Abrüstung Nordkoreas: Im Tauziehen um die Überweisung einbehaltenen Geldes wurde eine Einigung erzielt. US-Chefunterhändler will nun auf ein fristgerechtes Ende des nordkoreanischen Atomprogramms drängen.


Washington- Banker aus den USA, China, Nord- und Südkorea sowie die Bank of China hätten einen Mechanismus für die Auszahlung der ausstehenden 25 Millionen Dollar (rund 19 Millionen Euro) gefunden, erklärte US-Außenamtssprecher Steve McCormack. Nun gehe es nur noch um die technische Umsetzung.

Einzelheiten nannte er nicht, auch ein Zeitplan wurde nicht bekannt gegeben. Mc Cormack sagte lediglich: "Wir haben deutlich gemacht, dass wir die Freigabe der Gelder befürworten".

Die USA hatten die nordkoreanischen Konten bei der Banco Delta Asia in Macau vor knapp zwei Jahren wegen des Verdachts auf Geldwäsche gesperrt. Am 19. März wurde in Peking dann die Freigabe vereinbart, nachdem das kommunistische Regime versprochen hatte, das Geld ausschließlich für humanitäre Zwecke zu verwenden. Pjöngjang betrachtet die Rückführung des Geldes als wesentlichen Bestandteil der Vereinbarung vom 13. Februar in Peking. Dort war bei den Sechsergesprächen Einigung über die atomare Abrüstung Pjöngjangs erzielt worden. Da die Überweisung auf sich warten ließ, boykottierte Nordkorea die weiteren Verhandlungen über sein Atomprogramm.

Dadurch hat der Finanzstreit die Umsetzung der Einigung in Frage gestellt, nach der Nordkorea binnen 60 Tagen seinen Atomreaktor Yongbyon schließen soll. Denn die US-Regierung hatte zwar die Freigabe des Geldes von der Bank in Macau auf ein nordkoreanisches Konto zugesagt. Die Führung in Pjöngjang verlangte jedoch, dass das Geld auf ihren Konten angekommen sein muss, bevor sie über die atomare Abrüstung weiterverhandelt. Der Geldtransfer aber wurde unter anderem dadurch verzögert, dass die Bank of China die Annahme verweigert hatte. Die chinesische Bank wollte offenbar nichts mit Finanzmitteln zu tun haben, die nach US-Angaben aus dunklen Geschäften stammen.

Um doch noch fristgerecht ein Ende des nordkoreanischen Atomprogramms zu erreichen, soll der US-Chefunterhändler bei den Sechs-Parteien-Gesprächen, Christopher Hill, am Sonntag erneut in den Fernen Osten reisen, wie McCormack mitteilte. An den Gesprächen sind neben den USA, China, Nord- und Südkorea auch Japan und Russland beteiligt.

esp/ap/dpa



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