Diplomatische Aufwertung Palästinenser dürfen ihre Flagge bei der Uno hissen

Vor dem Uno-Sitz in New York weht demnächst eine Flagge mehr: Die Uno-Generalversammlung stimmte mit großer Mehrheit für den Antrag der Palästinenser auf einen Platz in der Fahnenparade. Israels Regierung ist empört.

Flaggen vor Uno-Sitz in New York: Bald wehen zwei Fahnen mehr
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Flaggen vor Uno-Sitz in New York: Bald wehen zwei Fahnen mehr


Die Uno-Generalversammlung in New York hat entschieden, dass auch Beobachterstaaten bei den Vereinten Nationen einen Platz am Ende der Flaggenparade vor dem Hauptgebäude erhalten. Damit wehen künftig auch die Flagge Palästinas und des Vatikans vor dem Uno-Sitz.

119 von 193 Uno-Mitgliedsstaaten stimmten für die von den Palästinensern eingebrachte Resolution. 45 Länder enthielten sich, darunter Deutschland und die meisten weiteren EU-Staaten. Die Enthaltung solle aber nicht Anlass "zu irgendwelchen Interpretationen zum Zustand der Beziehungen zwischen Deutschland, dem Heiligen Stuhl und Palästina geben", sagte der deutsche Uno-Botschafter Harald Braun.

Außer Israel votierten nur sieben Staaten dagegen: die USA, Kanada, Australien, Mikronesien, Tuvalu, die Marshallinseln und Palau.

Israels Uno-Botschafter Ron Prosor hatte vergeblich argumentiert, dass die Vereinten Nationen damit ihre eigenen Prinzipien über Bord werfen würden. "Die Generalversammlung würde auch dafür stimmen, die Erde für eine Scheibe zu erklären, wenn die Palästinenser das vorschlagen", sagte Prosor. US-Botschafterin Samantha Power sagte, das Hissen der palästinensischen Flagge bringe die Konfliktparteien kein Stück näher zusammen.

Nach dem Willen der Palästinenser soll die Fahne maximal 20 Tage nach der Abstimmung gehisst werden. Das wäre rechtzeitig vor dem Besuch von Präsident Mahmud Abbas und zur Uno-Vollversammlung. Vertreter des Vatikans hatten vor Wochen erklärt, die Flaggenfrage nicht politisieren zu wollen und jedes Ergebnis zu akzeptieren.

Palästina ist seit 29. November 2012 als Beobachterstaat von der Uno anerkannt. Israel, die USA, Deutschland und andere westliche Staaten vertreten aber die Linie, dass ein souveränes Palästina erst zum Abschluss von Friedensverhandlungen mit Israel anerkannt werden könne.

syd/dpa/AFP



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