Beruhigungsmaßnahme in US-Stadt Flint Obama trinkt Wasser

US-Präsident Obama hat die Stadt Flint besucht - zum ersten Mal, seitdem er wegen eines Trinkwasserskandals den Notstand ausgerufen hatte. Für Schlagzeilen sorgen nun seine Versprechen und sein Räuspern.

Obama in Flint
AP

Obama in Flint


Er hustet und räuspert sich, mehrfach. Er fragt: "Kann ich Wasser haben?" Und sagt: "Ich hätte gerne ein Glas Wasser." Er bekommt es - und nimmt tatsächlich einen kräftigen Schluck.

Über diese scheinbar banale Szene berichten derzeit zahlreiche US-Medien in Artikeln und Videos. Der Grund: Bei dem Mann auf der Rednerbühne handelte es sich um den US-Präsidenten. Und das gefilterte Leitungswasser, das er trank, stammte aus der Stadt Flint.

Die verarmte Industriestadt hatte im April 2014 die Wasserversorgung umgestellt, um Kosten zu sparen. Statt aus dem nahe gelegenen Detroit kam das Wasser nun aus dem Flint River - einem durch die Autoindustrie verseuchten Fluss. Das aggressive Wasser griff die alten Bleirohre an, das giftige Schwermetall gelangte ins Wasser. Anderthalb Jahre vergingen, bis die Stadtverwaltung die knapp 100.000 Einwohner über die Gefahren aufklärte.

Für Kinder ist Blei besonders schädlich, es kann ihr Gehirn dauerhaft schädigen. Wegen der Verseuchung des Trinkwassers in Flint hatte Obama im Januar den Notstand in Michigan ausgerufen. Der Schritt diene dazu, "Leben zu retten und die öffentliche Gesundheit und Sicherheit zu schützen" und eine drohende Katastrophe abzuwenden, hieß es damals aus dem Weißen Haus.

Vier Monate später besuchte nun Barack Obama die Stadt, traf Bewohner und hielt in einer Schule eine Rede. Dabei warnte er vor den langfristigen Folgen des Trinkwasserskandals: Alle Eltern sollten ihre Kinder untersuchen lassen, sagte Obama. Gefiltertes Wasser sei zwar sicher, sagte er, zur Bekräftigung trank er selbst mehrfach von dem Wasser. Er warnte aber davor, ungefiltertes Wasser zu trinken.

Die Wasserrohre würden ersetzt werden, sagte Obama. Das werde allerdings noch viel Zeit in Anspruch nehmen. "Es könnte ein Jahr dauern. Es könnte zwei Jahre dauern, vielleicht auch noch länger." In den vergangenen Monaten hatten die Bewohner Flints vor allem auf Wasser in Flaschen zurückgreifen müssen. Obama sagte nun, er werde nicht ruhen, bevor "jeder Tropfen Wasser, der in eure Häuser fließt, sicher genug ist, um davon zu trinken, um damit zu kochen, um darin zu baden".

Michigans Governeur Rick Snyder mit Foto von Rohren in Flint
REUTERS

Michigans Governeur Rick Snyder mit Foto von Rohren in Flint

aar/AFP/AP



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.