Florida Zehntausende Briefwahlunterlagen verschwunden

Ausgerechnet in Florida, jenem US-Bundesstaat, in dem vor vier Jahren 36 Tage lang Stimmzettel ausgezählt werden mussten, sind jetzt Zehntausende von Briefwahlunterlagen verschwunden. Viele Bürger beschweren sich, weil sie die beantragten Formulare nicht erhalten haben.

Fort Lauderdale - Fünf Tage vor der Präsidentenwahl in den USA ist im Bezirk Broward, Florida, ein Großteil von rund 58.000 an die Post gegebenen Briefwahlunterlagen immer noch nicht bei den Wählern angekommen. Nach Angaben der Wahlbehörde waren die Umschläge am 7. und 8. Oktober verschickt worden. Ein Teil sei bereits ausgefüllt zurückgekommen.

Die leitende Wahlbeamtin des Bezirks, Brenda Snipes, kündigte wegen der Beschwerden von Bürgern an, dass rund 20.000 Stimmzettel erneut verschickt würden. Angesichts der Menge an Protestanrufen wurden 40 weitere Mitarbeiter zum Dienst am Telefon und in den bereits geöffneten Wahllokalen herangezogen. Dort stehen Wähler seit Tagen bis zu zwei Stunden an, um ihre Stimme abzugeben.

Demokratische Funktionäre warfen den Republikanern vor, dass sie wieder versuchten, "die Stimmen zu stehlen". Bei der Präsidentenwahl im Jahr 2000 hatte George W. Bush den Staat Florida mit nur 537 Stimmen Vorsprung und somit die gesamte Präsidentenwahl gewonnen. Im Bezirk Broward hatten die Bürger allerdings mehrheitlich für seinen damaligen Konkurrenten Al Gore votiert. Auch bei der kommenden Wahl am 2. November gilt Florida als möglicherweise entscheidender Staat.