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Saadi al-Gaddafi: Ende einer spektakulären Flucht

Foto: TIM WIMBORNE/ REUTERS

Fluchtplan Mexiko vereitelt heimliche Einreise von Gaddafi-Sohn

Nach Saadi al-Gaddafi wird weltweit gefahndet. Jetzt wollte der Sohn von Libyens totem Ex-Diktator sich nach Mexiko absetzen und offenbar in einem Luxus-Badeort untertauchen. Die Behörden ließen den Plan auffliegen.

Mexiko-Stadt - Zuletzt stand er unter Hausarrest im afrikanischen Niger, aber offenbar wollte Saadi al-Gaddafi in die Ferne fliehen: Der Sohn des toten Ex-Diktators Muammar al-Gaddafi plante sich nach Mexiko abzusetzen - doch die dortigen Behörden vereitelten seine Einreise. Das sagte eine Regierungssprecherin an diesem Mittwoch in Mexiko-Stadt. Man habe mehrere Menschen festgenommen, die den Gaddafi-Sohn einschmuggeln wollten.

Der 38-jährige Saadi ist der drittälteste Sohn des getöteten libyschen Machthabers. Er hatte demnach vor, mit seiner Frau und Kindern unter falschem Namen einzureisen. Nach dem Gaddafi-Sohn wird mittlerweile mit internationalem Haftbefehl gefahndet.

Mexikos Innenminister Alejandro Poiré sagte, das Vorhaben sei von einem Ring Krimineller in internationalem Ausmaß geplant, jedoch bereits im September vereltelt worden.

Untertauchen in Luxussiedlung

Nach einem Bericht der kanadischen Zeitung "National Post" wollte Saadi offenbar in einem Luxusbadeort abtauchen, nahe der Stadt Puerto Vallarta. In der Siedlung Punta Mita an der Pazifikküste, wo auch schon Lady Gaga und Charlie Sheen residierten, wollte sich der Gaddafi-Sohn offenbar verstecken.

Laut dem Bericht war ein privates kanadisches Sicherheitsunternehmen damit beauftragt worden, Saadi, seine Frau und die Kinder auszufliegen. Der Geschäftsführer des Unternehmens habe dem Blatt den Plan bestätigt.

Der 38-jährige Saadi al-Gaddafi hatte in der libyschen Armee eine Eliteeinheit angeführt. Er setzte sich im September in den Niger ab und bat dort um Asyl. Er war lange Zeit ein mäßig erfolgreicher Fußballspieler gewesen. Im Jahr 2003 heuerte er beim italienischen Erstligisten AC Perugia an - der Verein ging damit als erster europäischer Profiverein in die Geschichte ein, der den Sohn eines Diktators im Kader hatte.

Mäßig erfolgreicher Fußballspieler

Kurz nach seinem Wechsel wurde Saadi al-Gaddafi positiv auf Doping getestet und für drei Monate gesperrt. Er bestritt nur ein Ligaspiel für Perugia. Später stand er im Kader zweier weiterer italienischer Vereine, Udinese Calcio und Sampdoria Genua.

Sein Bruder Saif al-Islam wurde im November festgenommen. Saif al-Islam ist der zweitälteste und bekannteste Sohn Gaddafis. Jahrelang wurde er als wahrscheinlicher Nachfolger seines Vaters gehandelt. Er galt lange Zeit als reformorientiert, schlug im Verlauf der Gefechte, die mit Unterstützung der Nato zum Sturz seines Vaters führten, aber einen zunehmend unversöhnlichen Ton gegenüber dem Westen an. Nach der Eroberung von Tripolis durch die Aufständischen Ende August war er untergetaucht und dann im November im Süden des Landes festgesetzt worden.

Nach dem Fall von Tripolis setzten sich vier Familienmitglieder nach Algerien ab. Neben Gaddafis zweiter Frau Safia überquerten auch die Söhne Mohammed und Hannibal sowie Tochter Aischa die Grenze. Algerien gewährte ihnen Asyl.

Gaddafis viertältester Sohn Mutassim wurde zusammen mit seinem Vater im Oktober in der libyschen Stadt Sirt gefasst - wie der Ex-Diktator starb Mutassim wenige Stunden später.

fab/dapd
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