Flüchtlinge im Mittelmeer Drei Rettungsschiffe suchen dringend einen Hafen

Gleich drei Schiffe mit Migranten warten im Mittelmeer darauf, einen Hafen anlaufen zu dürfen. Die Lage wird immer schwieriger. Ein deutscher Kapitän warnt: "Wir werden die Situation in Kürze beenden müssen."

Rettungsschiff "Eleonore" auf dem Mittelmeer
DPA

Rettungsschiff "Eleonore" auf dem Mittelmeer


Die Lage auf dem deutschen Rettungsschiff "Eleonore" ist nach Angaben des Kapitäns nicht mehr zu ertragen. "Wir werden hier in Kürze ein Ende dieser Situation herbeiführen müssen", sagte Claus-Peter Reisch am Sonntag in einem Twitter-Video. Mehr als 110 Menschen drängten sich seit sieben Tagen an Bord seines Schiffes auf einer Fläche von 46 Quadratmetern.

Die Dresdner Hilfsorganisation Mission Lifeline, die Reisch unterstützt, erklärte, dass bei der "Eleonore" im Notfall auch eine Einfahrt in einen Hafen ohne Erlaubnis möglich sei. "Wenn das Schiff zum Seenotfall wird, dann ist dies prinzipiell möglich", sagte Lifeline-Sprecher Axel Steier. Am Montag solle Sturm aufziehen. Das Schiff befinde sich derzeit vor Malta, theoretisch sei auch Italien als Ziel möglich. Italiens Regierung hatte jedoch ein Einfahrtsverbot erlassen.

Das gilt auch für zwei weitere Schiffe, die auf dem Mittelmeer darauf warten, in einem Hafen anlegen zu dürfen. Das deutsche Schiff "Alan Kurdi" nahm am Samstag 13 neue Migranten auf, die auf einem überladenen Holzboot in Richtung Lampedusa unterwegs gewesen seien. Vor Lampedusa schwimmt zudem die "Mare Jonio" der italienischen Hilfsorganisation Mediterranea Saving Humans mit mindestens 30 Menschen an Bord.

Zuletzt war die deutsche Kapitänin Carola Rackete unerlaubt in den Hafen von Lampedusa gefahren und wurde vorübergehend festgenommen. Der Vorfall hatte international Schlagzeilen gemacht.

lov/dpa

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