Flüchtlinge auf dem Mittelmeer Italienische Hilfsorganisation rettet hundert Migranten

Rund hundert Migranten hat das Schiff "Mare Jonio" einer italienischen Hilfsorganisation gerettet. Damit sind nun zwei Schiffe mit Bootsflüchtlingen auf dem zentralen Mittelmeer unterwegs.

Die "Mare Jonio" hat rund hundert Migranten aufgenommen, darunter acht schwangere Frauen. Die Aufnahme stammt aus dem Mai 2019, als das Schiff vor Lampedusa lag
ELIO DESIDERIO/EPA-EFE/REX

Die "Mare Jonio" hat rund hundert Migranten aufgenommen, darunter acht schwangere Frauen. Die Aufnahme stammt aus dem Mai 2019, als das Schiff vor Lampedusa lag


Die italienische Hilfsorganisation "Mediterranea Saving Humans" hat rund hundert Migranten im Mittelmeer gerettet. Unter ihnen seien 26 Frauen, 22 Kinder unter zehn Jahren und mindestens sechs weitere Minderjährige, teilte die Nichtregierungsorganisation mit. Mindestens acht der Frauen seien schwanger.

Alle Geretteten seien seit dem Morgen an Bord der "Mare Jonio". Sie seien per Radar in einem überfüllten Schlauchboot entdeckt worden. Einige wiesen Spuren von Folter und Misshandlung aus der Zeit in Libyen auf. (Lesen Sie hier eine Reportage zum Thema). Die "Mare Jonio" warte nun auf Anweisung des italienischen Marinekoordinierungszentrums.

Auch an Bord der "Eleonore" sind rund 100 Migranten

Damit sind jetzt zwei Schiffe mit Bootsflüchtlingen an Bord im zentralen Mittelmeer unterwegs. Am Dienstag hatte Italiens Innenminister Matteo Salvini dem deutschen Rettungsschiff "Eleonore" mit rund hundert Migranten an Bord das Anlegen in den Häfen des Landes verboten.

Dieses Schiff gehört dem deutschen Kapitän Claus-Peter Reisch und wird von der Dresdner Hilfsorganisation Mission Lifeline unterstützt. Reisch wurde vor wenigen Monaten von einem Gericht auf Malta zu einer Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro verurteilt, weil er ein nicht ordnungsgemäß registriertes Boot gesteuert habe. Die "Mare Jonio" war schon einmal beschlagnahmt worden, Anfang August hatte die NGO die Freigabe ihres Schiffes gemeldet.

höh/dpa

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