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Berichte über Verletzte Flüchtlingsprotest auf Lesbos eskaliert

Auf Lesbos haben erneut Flüchtlinge gegen Abschiebungen in die Türkei protestiert. Sie lieferten sich stundenlange Auseinandersetzungen mit der Polizei. Mindestens zehn Menschen sollen verletzt worden sein.

Im Abschiebelager Moria auf der griechischen Insel Lesbos ist der Protest von Flüchtlingen in der Nacht zum Mittwoch eskaliert.

Es habe stundenlange Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Migranten gegeben, berichtet das Staatsradio. Mindestens zehn Menschen seien leicht verletzt worden.

Die Protestierenden bewarfen unter anderem den griechischen Migrationsminister Ioannis Mouzalas mit Wasserflaschen und anderen Gegenständen. Einige zündeten Mülleimer an und warfen Steine. Die Sicherheitskräfte verschossen daraufhin Tränengas.

Ein Video, das bei YouTube hochgeladen wurde und als authentisch gilt, zeigt mindestens einen Menschen, der regungslos am Boden liegt.

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Die Stimmung sei explosiv, berichteten Reporter vor Ort. Erst am frühen Mittwochmorgen hätten Sicherheitskräfte die Ordnung in dem Abschiebelager wieder herstellen können.

Die Flüchtlinge und Migranten dort protestieren immer wieder gegen Ausweisungen in die Türkei sowie die ihrer Meinung nach schlechten Lebensbedingungen in dem Lager.

Griechenland hatte am Mittwoch insgesamt 49 illegal eingereiste Migranten in die Türkei abgeschoben. Grundlage dafür ist der EU-Flüchtlingspakt mit der Türkei. Dieser sieht vor, dass alle ab dem 20. März illegal eingereisten Flüchtlinge und Migranten von Griechenland in die Türkei zurückgeschickt werden.

Offiziell befinden sich auf Lesbos derzeit mehr als 7700 registrierte Migranten und Flüchtlinge. Erst vergangene Woche hatte die griechische Polizei ein von Autonomen betriebenes Flüchtlingslager am Strand von Tsamakia mit Hunderten Migranten räumen lassen.

Im Video: Papst besucht Flüchtlingslager auf Lesbos

vks/dpa
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