Rettungseinsatz im Mittelmeer Hinschauen, auch wenns wehtut

Im Mittelmeer sind erneut Flüchtlinge ertrunken, doch die italienische Marine hat auch Hunderten Menschen das Leben gerettet. Nun veröffentlichte sie Fotos von der Hilfsaktion.

Einsatz vor Libyen
DPA/ ITALIAN NAVY

Einsatz vor Libyen


Die Meldungen kamen zuletzt täglich: Am Montag waren es 2600 Flüchtlinge, die im Mittelmeer aus Seenot gerettet wurden. Am Dienstag waren es weitere 3000 Menschen, die auf ihrer Flucht nach Europa von internationalen Einsatzkräften aus seeuntüchtigen Booten in Sicherheit gebracht wurden.

Die Meldungen kommen regelmäßig; um so wichtiger ist es, sich vor Augen zu führen, dass es im Mittelmeer nicht bloß um die Anzahl an Einsätzen geht, oder um neue, traurige Rekorde in Statistiken. Sondern um Menschenleben.

Auch am Mittwoch war die italienische Marine vor der libyschen Küste im Einsatz. Und neben den üblichen Meldungen gibt es diesmal auch Bilder, durch die der Einsatz im Detail nachvollziehbar wird: Zunächst ist nur ein völlig überladenes Boot zu sehen, auf dem sich Dutzende Flüchtlinge drängeln. Dann gerät es in bedrohliche Schieflage, Menschen springen ins Wasser, klammern sich am Boot fest. Es kentert.

Etwa 560 Menschen konnten bei diesem Einsatz laut der Marine gerettet werden. Sieben starben. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind in diesem Jahr bereits rund 1370 Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa im Mittelmeer ertrunken. Im vergangenen Jahr waren es rund 3700 Menschen, die dort ihr Leben verloren.

Fakten und Hintergründe zur Flüchtlingskrise finden Sie hier in unserem Erklärformat "Endlich verständlich".

aar

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.